Evakuiert: Kinder müssen Herberge verlassen

Statt Disko-Premiere erleben Grundschüler aus Jocketa und Chemnitz ein Abenteuer - Betroffene und Einsatzkräfte agieren besonnen

Plauen/Auerbach.

Es sollte ihre erste Disko werden am Donnerstagabend in der Plauener Jugendherberge Alte Feuerwache. Doch dann kam alles ganz anders. 25 Zweitklässler aus der Grundschule Jocketa und ihre Betreuerinnen wurden evakuiert und mussten den dreitägigen Aufenthalt vorzeitig abbrechen und eilig die Räume verlassen.

Der Alarm kam gegen 18.45 Uhr überraschend. Wegen der Entschärfung der am Fuße des Schlossberges gefundenen Fliegerbombe mussten alle im 500-Meter-Umkreis die Innenstadt verlassen. Und so wurde es nichts mit der Disko-Premiere.


"Zum Glück hatten wir das Abendessen schon hinter uns", sagt Betreuerin Denise Köttnitz und lobt die umsichtigen Herbergs-Mitarbeiter. Zu Fuß zog der Tross in das eilig eingerichtete Notquartier in der gut zwei Kilometer entfernten Festhalle. Dort eingetroffen, nahmen die Zweitklässler auf der Treppe im Foyer Platz. Erstaunlich ruhig und diszipliniert verhielten sich die Mädchen und Jungen nach einem anstrengenden, erlebnisreichen Tag. Einer hatte Nasenbluten, andere kümmerten sich um ihn. Viele sahen müde aus.

Auch Denise Köttnitz und Lehrerin Dana Friedrich gingen mit dem aufregenden Abenteuer unaufgeregt um und telefonierten Hilfe aus dem nahen Jocketa herbei. Eltern trudelten nach und nach in Plauen ein, um ihre Kids und die anderer Familien abzuholen. Es kullerten auch mal ein paar Tränen, dennoch herrschte gelöste Stimmung.

Etwas schwieriger war die Situation für eine vierte Klasse der Rosa-Luxemburg-Grundschule Chemnitz. Auch diese Mädchen und Jungen hatten eine schöne Zeit in Plauen verbracht: Besuch des Pfaffenguts und Greifvogel-Vorführung. Doch eine Rückkehr in die Jugendherberge war nicht in Sicht. Was tun? Auch hier fand die Einsatzleitung eine Lösung. Klasse und Betreuer wurden in Transportern des Katastrophenschutzes nach Auerbach gefahren. Dort gibt es eigens für solche Fälle ein Notquartier. Plauen, sagt eine Betreuerin, wird ihnen nicht nur wegen des Bombenalarms in Erinnerung bleiben. Auch die zur Jugendherberge umgebaute Alte Feuerwache gefiel den Chemnitzern ausgesprochen gut. (ur)

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