Filme locken 500 Menschen auf die Insel

Mit dem Insel-Kino wurde in Rodewisch eine Tradition wiederbelebt. Obwohl in diesem Jahr keine weitere Veranstaltung geplant ist, soll die Aufführung keine Eintagsfliege bleiben.

Rodewisch.

Das Sommerkino in Rodewisch ist wieder da. Zurückgeholt hat es der Filmemacher Matthias Ditscherlein, ein gebürtiger Vogtländer, der heute in Dresden lebt und sich von den Dresdener Filmnächten anregen ließ.

Am Samstag feierte das Insel-Kino Premiere. Ausgerichtet wurde es von dem gleichnamigen Verein, der zu diesem Zweck im Mai diesen Jahres gegründet wurde. Er wartete mit einem vielseitigen Programm auf, das von den sieben Vereinsmitgliedern und vielen Filmfreunden gestemmt wurde.

Angereist aus Sachsen-Anhalt war der älteste Filmvorführer Mitteldeutschlands, Helmut Göldner. Der 74-Jährige hatte seinen Projektor aus dem Baujahr 1938 mitgebracht. Mit dem betagten Gerät ließ er die deutsche Komödie "Soul Kitchen" über die Leinwand flimmern. Das Rattern der Maschine erinnerte die Zuschauer an frühere Filmvorführungen. Er habe sich nach der Wende einen Transporter für den 150 Kilogramm schweren und 1,20 mal 1,40 Meter großen Projektor zugelegt, womit er heute noch zu Vorführungen über Land fährt, erzählt Göldner. Auch die Maschine und die Filmrollen (alle 35 Millimeter) hat er umgebaut.

Die Veranstalter zählten bei der Premierenveranstaltung etwa 500 Besucher. Die erhielten auch einen Blick in die Zukunft von Rodewisch. Gezeigt wurde der Animationsfilm "Rodewisch 2030 - eine Zukunftsgeschichte" von Matthias Ditscherlein und der Illustratorin Julia Kluge. Zuspruch gab es auch beim Kinderkino mit dem Klassiker "Der kleine Maulwurf". Das Rahmenprogramm mit der Band Jam Project, mit Popcorn, Inselburger, Mondschein-Gondeln und Museumsbesuch nahmen die Besucher gut an.

In diesem Jahr wird es nach der derzeitigen Planung kein weiteres Insel-Kino geben. Für 2019 planen Ditscherlein und seine Mitstreiter aber weitere Aufführungen.


Stimmen

Matthias Ditscherlein (29): "Ich kenne das frühere Sommerkino nur noch vom Erzählen. Viele Leute haben mich angesprochen, es wieder aufleben zu lassen. Ich freue mich, dass so viele Besucher gekommen sind. Unser Verein denkt über Wiederholungen, vielleicht auch mehrmals im Jahr, nach."

Holger Zöbisch (48): Ich ziehe den Hut vor den Initiatoren des neuen Insel-Kinos. Ich bin selbst ein großer Fan von alter Filmtechnik und wünsche mir für die Zukunft viele solche Filmnächte in Rodewisch."

Helga Thomas: "Mein Mann hat früher die Filme auf der Insel vorgeführt. Ich habe ihn dabei oft begleitet. Nach der Wende war damit aber Schluss. Es ist erfreulich, dass es heute weitergeht. Filme und einige alte Projektoren sind noch vorhanden und könnten den Initiatoren zur Verfügung gestellt werden." (güli)

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