Fristen abgelaufen: Rodewisch darf ehemaliges Heim abreißen

Noch in diesem Jahr soll am "Sonnenland" der Abrissbagger anrollen. Die rechtlichen Voraussetzungen sind geschaffen, jetzt geht es um die Abrisskosten.

Rodewisch.

Seit Montag steht fest, dass die Stadt Rodewisch das ehemalige Kinderheim "Sonnenland" an der Lindenstraße abreißen lassen darf. Und das, obwohl der Kommune das Grundstück nicht gehört. Von dem einsturzgefährdeten Gebäude geht seit Jahren Gefahr aus. Besonders, weil Kinder darin spielen. Das "Sonnenland"-Gelände ist nicht gesichert.

Die Stadtverwaltung hat sich in den vergangenen Jahren vergeblich darum bemüht, mit dem Besitzer der Anlage Kontakt aufzunehmen. Das ist nicht gelungen. In derart schwierigen Fällen gestattet der Gesetzgeber der Gemeinde den Abriss vorzunehmen, nach Einhaltung bestimmter Fristen und Formalien, erklärte Bürgermeisterin Kerstin Schöniger (CDU) den Stadträten bei der Sitzung am Donnerstagabend. Es seien nun alle Voraussetzungen erfüllt, den Abriss anzugehen. Der Eigentümer müsse das Vorgehen der Stadt dulden und könne nichts dagegen unternehmen.

Bis es so weit war, hat es fast ein Jahr gedauert. "Wir haben den Prozess in der ersten Hälfte 2019 angestoßen", so die Bürgermeisterin. Dem Eigentümer muss eine sogenannte Duldungsverfügung zugestellt werden. Das passierte an alle drei Adressen, die in Rodewisch bekannt waren. Da es darauf keine Reaktion gab, musste die Stadt den Abriss im Amtsblatt öffentlich bekannt machen. Die Einspruchsfrist dagegen ist am Montag abgelaufen.

Die Bürgermeisterin geht davon aus, dass der Abriss noch dieses Jahr erfolgt. Bevor es soweit ist, müssen erst die Kosten dafür feststehen und Fördermittel beantragt werden. Laut Kerstin Schöniger prüft derzeit ein Umweltlabor, ob im Grund und Boden unter dem Gebäude noch irgendwelche Altlasten schlummern. Dort ist beispielsweise von einem alten Öltank die Rede. Stehen die Kosten fest, werden die Fördermittel beantragt.

Das Grundstück bleibt trotz des Abrisses im Besitz seines bisherigen Eigentümers. Nach dem Abriss erhöht sich der Wert des Grundstückes. "Sollte der Eigentümer das Grundstück irgendwann verkaufen, muss er die Differenz zwischen neuem und altem Wert an die Kommune zurückzahlen. Auch der Fördermittelgeber bekommt dann Geld zurück", erklärt die Stadtchefin.

Auch an anderer Stelle muss sich die Kommune um Gefahr kümmern, die von einem kaputten Gebäude ausgeht. "An der Oberen Uferstraße neigt sich der Giebel eines Gebäudes Richtung Straße", erklärt Kerstin Schöniger. Dort muss Rodewisch aber vorerst keinen so großen Aufwand betreiben und auch kein Geld ausgeben. "Wir haben das Bauordnungsamt des Landratsamtes informiert. Dieses setzt sich mit dem Eigentümer in Verbindung und fordert ihn auf, den Missstand zu beseitigen", erläutert die Bürgermeisterin die Vorgehensweise. (mit lh)


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