Grab erinnert an Hotelier

Ein Stück Rodewischer Ortsgeschichte wird auf dem Friedhof bewahrt. Möglich macht es auch privates Engagement.

Rodewisch.

Der markante Grabstein mit den Sonnenblumen auf dem Rodewischer Friedhof hat seinen Namen wieder. Er trägt den Schriftzug von Curt Rudolph, dem letzten Besitzer des Hotels Rudolph am Postplatz.

Die Grabstätte gehörte der Hotelierfamilie, von der heute niemand mehr lebt. Lange lag sie im Dornröschenschlaf, war zugewachsen und die Schrift war nicht mehr lesbar. Vor etwa zwei Jahren nahmen sich zwei Rodewischer der Grabstätte an und richteten sie her. Damals hatte Thomas Maschke, der sich als Bewahrer des Rudolph'schen Erbes sieht, angekündigt, den Schriftzug auf dem Stein neu vergolden zu lassen. Das ist inzwischen erfolgt. Der Rodewischer Apotheker und seine beiden Mitstreiter wollen die Grabstätte erhalten.

Das Hotel wurde vor einigen Jahren abgerissen. Die Fläche wird derzeit im Zuge der Neugestaltung des Postplatzes als Zugang zur St. Petrikirche ausgebaut. Erhalten geblieben ist das im Jugendstil erbaute Nebengebäude. Es war das Wohnhaus der Familie Rudolph. Apotheker Maschke kaufte und sanierte es. Heute befinden sich dort medizinische und Pflegeeinrichtungen.

"Die Grabstätte hätte schon längst eingeebnet werden müssen Wir haben uns aber für ihren Erhalt entschieden, weil sie zur Geschichte von Rodewisch gehört", sagte Steffi Schwabe von der Friedhofsverwaltung im Pfarramt. Erhalten hat die Kirchgemeinde von St. Petri auch eine große Christusfigur von der Familiengruft Wolff, dem Begründer und langjährigen Besitzer der Filztuchfabrik. Allerdings scheiterte die Sanierung der Figur bislang an den hohen Kosten.

Nicht mehr ermitteln lässt sich die Zugehörigkeit von zwei efeubewachsenen Gruften unterhalb der Kirche. "Einige bedeutsame Grabmäler mussten wir wegen Einsturzgefahr aufgeben. Wir sind an unsere Mittel gebunden und können Ausgaben für ihrer Erhalt nicht auf die Friedhofsgebühren umlegen", so Pfarramtsleiter Christian Bretschneider. Er begrüßt Privatinitiativen, wie die im Falle des Rudolph'schen Grabes.

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