Havarie an Fernwasserleitung: Bundesstraße in Bergen gesperrt

Die Wasserversorgung ist gesichert, auch die Reparatur des maroden Rohrs soll schnell erledigt sein. Doch nach der Havarie von Donnerstag fragen sich Anwohner: Wann reißt die Wasser- leitung das nächste Mal?

Bergen.

Als die Feuerwehr Bergen am Donnerstagabend alarmiert wurde, weil sich Wasser über die Plauensche Straße ergoss, wusste Bürgermeister Günter Ackermann (parteilos) sofort Bescheid: die Fernwasserleitung! Wieder einmal sorgt ein Schaden am Rohr unter der Bundesstraße 169 für Ärger.

Kurz nach 21 Uhr am Donnerstag waren die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr ausgerückt, um die unter der Fahrbahn hervorquellenden Wassermassen zu kanalisieren. Das Trinkwasser floss in Grundstücke links und rechts der Plauenschen Straße, Anwohner versuchten mit Barrieren aus Sandsäcken, den Schlamm von ihren Häusern fernzuhalten. Die Wasserversorgung in Teilen von Bergen war bis Freitagfrüh unterbrochen. Inzwischen ist die Versorgung durch Umstellungen im Netz des Versorgers Zwav weitgehend wieder hergestellt. "Bis auf zwei Keller, in die Wasser eingedrungen ist, hält sich der Schaden in Grenzen", zog der Bürgermeister am Freitagmorgen Bilanz. Noch in der Nacht zum Freitag hatte die Feuerwehr Wasser abgepumpt, verstopfte Straßenwasserabläufe gespült und die Fahrbahn gereinigt.


Die B 169/Ortsdurchfahrt Bergen ist seit der Havarie an der Fernwasserleitung für den Durchgangsverkehr gesperrt - voraussichtlich bis zum 2. August. "Die Ursache des Rohrbruchs ist nicht exakt zu ermitteln", erklärte Steffen Meichßner, Leiter Abteilung Betrieb bei der Südsachsen Wasser GmbH am Freitagnachmittag. Der Wasserwerker vermutet als Ursache des Schadens "Setzungen im Erdreich". Eine Südsachsen-Mitarbeiterin, die vor Ort die Havariebaustelle koordiniert, ging von Materialermüdung aus.

Die aus den 1920er-Jahren stammende Stahlgussrohrleitung mit einem Durchmesser von 55 Zentimeter liegt in knapp 3 Metern Tiefe unter der Fahrbahn. Die Schadensstelle befindet sich in Höhe der Bäckerei. Dort weist die Rohrleitung an ihrer Unterseite einen etwa sechs Meter langen Riss auf, aus dem das Trinkwasser sickern konnte, bis es am Donnerstag an die Oberfläche trat.

Betrieben wird die Leitung, über die Trinkwasser aus der Talsperre Werda zum Hochbehälter Jahnsgrüner Höhe bei Bergen geleitet und von dort weiter in Richtung Plauen und benachbarte Kommunen fließt, vom Zweckverband Fernwasser Südsachsen.

"Die Reparatur lief sofort nach Feststellung des Schadens an. Die komplette Wiederinbetriebnahme der Fernwasserleitung erfolgt bis Samstagabend", versicherte Steffen Meichßner.

Allerdings: Die viel befahrene Bundesstraße 169 bleibt noch länger gesperrt. Bürgermeister Ackermann hofft wegen der für zwei Wochen veranlassten Sperrung, dass ein größerer Abschnitt der in die Jahre gekommenen Wasserleitung ausgewechselt wird. "Ich kann mich an mindestens vier Rohrbrüche im Bereich der Bundesstraße erinnern. Aus meiner Sicht wäre es sinnvoll, ein längeres Teilstück der Leitung zu erneuern. Nicht dass es bald die nächste Havarie gibt", so der Bürgermeister. Laut Südsachsen Wasser gab es zuletzt 2010 einen Rohrschaden an der Fernwasserleitung.

Zu Wochenanfang werden Mitarbeiter des Straßenbauamtes den Schaden an der Bundesstraße begutachten und den notwendigen Bauumfang prüfen. Davon wird abhängen, wie lange die B 169 tatsächlich gesperrt bleibt. Bis dahin wird für die Ortsdurchfahrt Bergen von/aus Richtung Plauen eine weiträumige Umleitung ausgeschildert. Die örtliche Umleitung über die Gartenstraße bleibt Anwohnern und Versorgungsfahrzeugen vorbehalten.

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