Lesung als Drogenprävention

Petra Höpfner hat ihren Sohn an Crystal Meth verloren. An einer Falkensteiner Schule las sie aus ihrem Buch bei einem entsprechenden Projekt.

Falkenstein.

Sechs Jahre und fünf Monate liegen zwischen dem Gestern und Heute. Gestern, das war für Petra Höpfner der Mai 2013. Damals hielt ihr Sohn Patrick den Leidensdruck nicht mehr aus und nahm sich das Leben. Mit 25 Jahren und nach sechs Jahren Drogenkonsum. Trotz ständigen Kampfes war Crystal Meth am Ende stärker als der junge Mann. Wie es dazu kam und was die Droge mit Menschen anstellt, darüber sprach die Reichenbacherin am Mittwoch vor Siebtklässlern der Trützschler-Oberschule Falkenstein bei einer Lesung aus ihrem Buch "Zwölf Monate bis zur Endlichkeit".

Die Veranstaltung wurde vom Rotary Club Auerbach-Reichenbach unterstützt. Seit Mittwoch kooperieren Schule und Club der Drogenprävention. "Die Prävention spielt bei uns in jedem Jahr eine Rolle. Wir widmen sie immer einem bestimmten Thema, in diesem Jahr den Drogen", sagt Schulleiter Hans-Ulrich Tiepmar. Behandelt wurden bisher unter anderem Rechtsextremismus und Aids. Die Unterstützung durch die Rotarier sei wichtig, weil, mit dem Geld beispielsweise Referenten bezahlt werden. Im konkreten Fall wurde die Anschaffung eines Klassensatzes von Petra Höpfners Buch für den Unterricht finanziert. Die Anregung zur Beschäftigung mit dem Thema Drogen kam laut Tiepmar aus Falkensteins Stadtrat. Das Präventionsprojekt erarbeitete dann Martina Wohlgemuth, Lehrerin der Trützschler-Oberschule. "Das habe ich in einer Sitzung des Clubs vorgestellt", so die Lehrerin. Bei dem Projekt will die Schule außerdem mit der Auerbacher Diakonie, etwa bei der Ausbildung von Schülern in der Drogenprävention, zusammenarbeiten. Ein weiterer Bestandteil soll der Besuch einer Entzugsklinik sein.

Das alles soll dazu beitragen, dass möglichst kein Falkensteiner Schüler eine Entwicklung nimmt, wie sie Petra Höpfner das letzte Lebensjahr ihres Sohnes in ihrem Buch beschrieben hat. Denn erst da habe sie bemerkt, dass er Drogen nimmt. In dem Jahr ging es in Patricks Leben ständig auf und ab: Arbeitsvertragskündigung, neuer Arbeitsvertrag, erneute Arbeitsunfähigkeit wegen psychischer Instabilität, drogenfreie Phasen, drogenabhängige Freundin, Rückfälle, sportliche Erfolge, Versuche, ein neues Leben aufzubauen. Aufgrund ihrer Erfahrungen riet die Mutter am Mittwoch den Schülern, "unbedingt die Finger von Drogen zu lassen. Und Betroffenen keine Vorwürfe machen. Sondern das Gespräch zu suchen, wenn möglich. Sucht ist eine Krankheit." (mit lh)

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