Nach Hydranten-Pannen: Zwav spricht mit Stadt und Wehren

Beim Werkstattbrand in Rebesgrün Ende März gab es Schwierigkeiten bei der Löschwasser-Entnahme, auch in Rothenkirchen hakte es schon. Die Verantwortlichkeiten sind nicht ganz so klar, wie es zunächst scheint.

Auerbach/Rebesgrün.

Die Feuerwehrleute kamen beim Rebesgrüner Brand am 26. März gewaltig ins Schwitzen, und das lag nicht nur an der Hitze des Feuers in einer Garage: Der Unterflurhydrant in der nahegelegenen Hauptstraße ließ sich zunächst nicht öffnen. Es dauerte rund zehn Minuten und kostete viel Kraft, bis er endlich angezapft werden konnte und Wasser in Richtung Brandort strömte. Dort waren Öle, Lacke und Kraftstoffe gelagert, erste Explosionen hatte es schon gegeben. Wegen der Hydranten-Panne habe der Brand "nur mit Not" gelöscht werden können, so äußerten sich Wehrleiter Detlef Patsch und sein Vize Ralf Schumann zur jüngsten Ortschaftsratssitzung in Rebesgrün. Am Ende gelang es doch - mit vereinten Kräften konnten die beteiligten Wehren ein Übergreifen des Feuers auf das benachbarte Wohnhaus verhindern.

Ein ähnlicher Fall ereignete sich Mitte November in der Rothenkirchener Waldsiedlung: Auch hier stand eine Garage in Flammen, auch hier ging wertvolle Zeit verloren, weil sich ein Unterflurhydrant nicht öffnen ließ.

Christoph Ulrich

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Diese Pannen haben nun ein Nachspiel, involviert sind mehrere Parteien. Denn beim Thema Löschwasser gibt es gemischte Zuständigkeiten. Da wäre zunächst der Zweckverband Wasser/Abwasser Vogtland (Zwav). "Alle im Trinkwassernetz verbauten Hydranten befinden sich im Eigentum und Zuständigkeitsbereich des Zwav, auch die in Rebesgrün und Rothenkirchen", erläutert Ronny Röder, Abteilungsleiter Trinkwasser beim Verband. "Die Hydranten dienen der Wartung und Inspektion des Trinkwassernetzes. Weiterhin erfolgt im Bedarfsfall durch die Feuerwehren die Entnahme von Löschwasser."

Doch für das Thema Löschwasser insgesamt sind die Kommunen zuständig: Sie müssen dafür sorgen, dass im Brandfall entsprechend den Vorgaben ausreichend Wasser zur Verfügung steht - falls Hydranten nicht ausreichen, zum Beispiel in Löschwasserteichen oder unterirdischen Tanks. "An der Schollschule gibt es so einen Tank mit 96 Kubikmetern", erläutert Auerbachs Bauamtsleiter Patrick Zschiesche - das Wasser müsse mindestens solange ausreichen, bis die Versorgung vom nächsten Anschluss her gesichert ist. Geplant wird dabei mit verschiedenen "wasserführenden Ringen". Demnächst müsse die Löschwasser-Konzeption überarbeitet werden, sagt Zschiesche. Bislang habe man keinen Mangel an Wasser, daran habe auch die Dürre des vergangenen Jahres nichts geändert.

Nach dem jüngsten Vorfall in Rebesgrün hat Zschiesche sich auf Anregung der Feuerwehr mit dem Zwav in Verbindung gesetzt, auch mit den Wehren gab es Gespräche. Ergebnis: Man will künftig besser kooperieren. So würden die Feuerwehren bei ihren Übungen gleich die Hydranten-Kontrollen mit "eintakten", sagt Zschiesche. Bei Problemen würden sie dann den Zwav informieren, der schnell Abhilfe schaffen wolle. "So werden Zug um Zug alle mal durchgeguckt." Bei den "normalen" Oberflurhydranten gebe es praktisch nie Schwierigkeiten, während die in den Straßen liegenden Deckel der Unterflurhydranten oft verdreckten oder durch den Verkehr in Mitleidenschaft gezogen würden. "Jetzt gucken alle drauf, dann klappt das in Zukunft auch", meint Zschiesche.

Und auch Trinkwasser-Chef Röder plädiert für eine "enge Zusammenarbeit mit Verwaltung und örtlicher Feuerwehr". An vielen Orten im Vogtland klappe dies bereits sehr gut. (mit güli)

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