Pferdeballett ganz ohne Rösser

Barockzeit und Pferde gehören eng zusammen. Deshalb erklangen in der Laurentiuskirche gleich zwei Mal Stücke für Mensch und Tier.

Auerbach.

In der Barockzeit spielten Pferde und speziell Musik für diese eine große Rolle. Das erfuhren die rund 70 Zuhörer des Konzertes in der Laurentiuskirche in Auerbach am Pfingstmontag. Zu Gast waren die Hochfürstlichen Sachsen-Weißenfelsischen Hoftrompeten, ein Zusammenschluss von Musikern, die auf historischen Instrumenten spielen, die im 17. und 18. Jahrhundert gebräuchlich waren.

Das Pferd war während der Barockzeit ein Kultobjekt. Auch heute noch gibt es Pferde verschiedener Rassen, die man als Barockpferde bezeichnet. Verschiedene Komponisten widmeten sich der akustischen Pferdedarstellung und komponierten Stücke, bei denen sich Pferd und Reiter zur Musik bewegten. Einer dieser Komponisten war Johann Heinrich Schmelzer. Ein Häppchen seines Werkes "Aria per il Balletto a Cavallo", was so viel heißt wie "Pferdeballett", pickten sich die sechs Musiker heraus und trugen es in der Kirche vor. Für das Originalstück mussten die Zuhörer damals mehr Zeit mitbringen, denn es dauerte vier Stunden. 1300 Musiker brachten es während einer kaiserlichen Hochzeit gemeinsam mit einer Pferdevorführung zu Gehör. Bis jetzt hat Jürgen Hartmann Stücke, die für einen gemeinsamen Auftritt von Musikern und Reitern konzipiert sind, immer nur mit Musikern vorgetragen, sein Traum deshalb: "Ich würde so ein Stück gern einmal mit Reitern und Pferden vortragen." Um Musik für Mensch und Pferd ging es auch an einer anderen Stelle des Konzertes: Es erklang die Reiterfanfare Nr. 2 von Jan Dismas Zelenka.


DerTrompeter Jürgen Hartmann aus Leipzig und Auerbachs Kirchenmusikdirektor Ulrich Meier musizieren schon seit vielen Jahren gelegentlich gemeinsam. Die Liebe unter anderem zur Barockmusik verbindet sie. Die Auswahl der Stücke brachte alle Instrumente gut zur Geltung, entweder bei Kompositionen, die für Pauken, Trompeten und Orgel geschrieben waren, oder bei Solostücken für die Orgel.

Im Konzert waren die Musiker mehrmals in der Kirche unterwegs, einmal um vorn im Altarbereich gemeinsam zu spielen oder um sich vor der Orgel zu versammeln, um das Zusammenspiel der Blasinstrumente und der Orgel besser abstimmen zu können. Bei einem Duett verschwand ein Teil der Musiker ganz aus dem Blickfeld der Besucher, nur ihre Instrumente waren noch zu hören.

Jürgen Hartmann lieferte auch zu den einzelnen Stücken und zur Barockmusik einige Erklärungen ab, auch über die Besonderheit der Instrumente, die es heute nur noch als Nachbildungen gibt.

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