Politisch, kritisch, auf Deutsch: Poetenweg auf neuen Wegen

Nach anderthalbjähriger Pause hat das Rodewischer Trio am Samstag erstmals wieder von sich hören lassen und Künstler-Gäste dazu geholt.

Rodewisch.

Längere Zeit ist es ruhig um Poetenweg gewesen. Nach zwei Auftritten in der Region hat die Band mit dem einprägsamen Namen am Samstag wieder ein Gastspiel im Rodewischer Café Ars Vitae gegeben. Der Empfang war überaus warm: Keiner der etwa 100 Plätze blieb frei. Als Verstärkung für ihr Wohnzimmer-Konzert hatte das Trio Freunde mit identischer Leidenschaft für Musik und Poesie engagiert: Lilou Burkhardt gab bekannten Liedern eine persönliche Note, Lisa Schreyer brachte einen Satz selbst geschriebener Schlager mit, und Leander Gronem spielte eigene Werke auf der Gitarre. Zum Schluss gab's noch Lyrik aus der Feder von Jonas Schädlich.

Am gleichen Ort hatte das Trio Poetenweg im Juli 2017 sein vorläufig letztes Konzert gegeben. Dann waren anderthalb Jahre Pause angesagt. Luise Skupch, Magdalena Fuchs und Nicolas Viehweg gingen nach dem Abitur am Rodewischer Pestalozzi-Gymnasium getrennte Wege. Aber nie mit dem Ziel einer Auflösung. Bis zur Wiedervereinigung blieben sie per Internet in Kontakt. "Am Anfang war es schon ungewohnt. Wir mussten erst wieder reinhören, aber es ging sehr schnell", erzählten Magdalena Fuchs und Luise Skupch. Beim Dranbleiben half auch eine vor Jahren produzierte CD.

Poetenweg gibt es seit 2013. Fuhren die 20 und 21 Jahre alten Musiker aus dem Auerbacher Raum und Stützengrün sprachlich bis vor kurzem zweigleisig, sind sie jetzt dabei, sich zu verändern. Englische Titel verschwinden aus dem Programm. Man ist etwas älter geworden, entwickelt sich weiter. Somit hatte die vorübergehende Trennung auch Vorteile. "Wir trauen uns jetzt an eine ganze CD mit deutschen Liedern heran", berichtete Magdalena Fuchs. Noch etwas fällt auf: Das Trio ist politischer und kritischer geworden. "Unser Ziel ist es, Leute zum Nachdenken anzuregen", sagte sie.

Texte, Gesang und Gitarrenspiel sind bei Poetenweg Frauensache. Nicolas Viehweg begleitet die beiden auf dem Cajon, einer Kistentrommel mit Ursprung in Peru. Arrangiert werden die Folk- und Pop-Titel gemeinsam. 28 Lieder sind bislang entstanden, davon etwa zehn neue seit der Pause. Einige sind derzeit in Arbeit.

Mit reichlich Schreibstoff versorgen Magdalena Fuchs und Luise Skupch das eigene Leben und Erleben. Dinge, die sie bewegen, begeistern, gut oder schlecht finden. An den Wochenenden nehmen sich die drei jungen Erwachsenen Zeit für Poetenweg. Auch wenn sie nach wie vor verstreut wohnen: Luise Skupch studiert in Halle Förderschul-Lehramt, Magdalena Fuchs Tourismuswirtschaft in Breitenbrunn. Nicolas Viehweg lässt sich in Zwickau zum Physiotherapeuten ausbilden. Konzerte werden sie weiter geben. Auftritte bei Geburtstagen und Hochzeiten sind Magdalena Fuchs zufolge vom Tisch. "Das schaffen wir nicht mehr."

www.poetenweg-band.de

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