Prozess um Schlägerei im Malzhaus

Am Montag mussten sich am Amtsgericht zwei Männer verantworten. Sie sollen zu Pfingsten 2019 bei einer Tanzveranstaltung mehrere Gäste verletzt haben.

Plauen.

Wie schwierig die juristische Aufarbeitung bisweilen ist, ließ sich am Montag beim Strafprozess um eine Disko-Schlägerei in Plauen beobachten. Zwei junge Männer saßen dabei auf der Anklagebank; ihnen wurde vorgeworfen, gemeinsam mit drei anderen Besuchern einer Tanzveranstaltung Pfingsten 2019 im Malzhaus Gäste aus nichtigem Anlass verprügelt und verletzt zu haben. Weil die mutmaßlichen Mittäter in einem anderen Prozess höhere Strafen zu erwarten haben, wurden die Verfahren getrennt.

Nun also mussten sich ein 29-jähriger Mann, deutscher Staatsangehöriger, sowie ein 21-jähriger Mann, der aus Syrien stammt, vor Gericht verantworten. Beide beteuerten ihre Unschuld: Der eine wollte sich zum Zeitpunkt der Schlägerei außerhalb des Malzhauses aufgehalten haben, der andere erklärte dem Gericht ebenfalls, mit der Sache nichts zu tun gehabt zu haben.

Also kam es auf die Zeugen an. Doch selbst bei den beiden Opfern taten sich große Erinnerungslücken auf. Laut Staatsanwaltschaft sollte eines der beiden, ein 32-jähriger Handwerker aus dem Vogtland, auf der Tanzfläche angerempelt worden sein, daraufhin sollte er unvermittelt angegriffen worden sein. Mehrere Personen hätten auf den Mann eingeschlagen und getreten, als er schon am Boden lag. Er erlitt laut Protokoll Prellungen im Gesicht, seine Kleidung wurde zerrissen. Ein Begleiter des Mannes, 28 Jahre alt und ebenfalls aus dem Vogtland, war ihm daraufhin zu Hilfe gekommen, auch er erhielt laut Staatsanwaltschaft einen Faustschlag ins Gesicht. Er erlitt eine Risswunde und eine Prellung des Jochbogens; anschließend musste er im Krankenhaus behandelt werden.

Doch die beiden, als Zeugen vor Gericht geladen, konnten sich nach eigenem Bekunden an viele Details nicht mehr erinnern. Wer hat gerempelt? Wie viele Personen haben zugeschlagen? Um welche Uhrzeit hat sich das Ganze zugetragen? Immer wieder zuckten die beiden im Zeugenstand mit den Schultern. Sie verwiesen darauf, dass der Vorfall mittlerweile eineinhalb Jahre her ist und auf den Umstand, dass sie an jenem Samstagabend im Juni vergangenen Jahres reichlich Alkohol zu sich genommen hatten. Von mehreren Gläsern Bier war die Rede, dazu Cola-Wodka und Cola-Rum. Der Kellerbereich im Malzhaus, wo die Tanzveranstaltung stattfand, sei voller Menschen gewesen, alles sei sehr schnell gegangen, berichtete das Hauptopfer. Unmittelbar nach dem ersten Schlag sei er zu Boden gegangen und habe dann versucht, seinen Kopf mit Armen und Händen zu schützen. Gesehen habe er dadurch nicht mehr viel. Die beiden Angeklagten erkannten weder er noch sein damaliger Begleiter wieder.

Richterin und Beisitzer versuchten immer wieder nachzufragen; sie erinnerten die Zeugen daran, dass es letztlich auf sie ankomme. Doch mehr als vage Angaben gab es nicht. Dem Gericht blieb daher nichts anderes übrig, als die Verfahren gegen die beiden einzustellen.

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