Prozess um Tod eines Hundes beginnt

Rüde Meddox verblutete vor knapp zwei Jahren nach einem Schuss

Kottengrün.

Heute, ab 10 Uhr, muss sich ein Mann aus Kottengrün wegen "Vergehen nach Paragraf 17 Tierschutzgesetz" vor dem Amtsgericht Auerbach verantworten. Es geht um den Tod eines Schäferhund-Mischlings namens Meddox, der Ende September 2016 aus seinem Grundstück in Kottengrün ausgerissen war. Er soll gerade mit anderen Hunden in einem Waldstück gespielt haben, als plötzlich ein Schuss knallte. Fünf Tage später wurde das tote Tier an der anderen Seite des Ortes entdeckt: Eine Kugel hatte seine Hüfte durchschlagen, offenbar war es verblutet. Da eine Schusswaffe im Spiel war, nahmen Polizei und Staatsanwaltschaft umfangreiche Ermittlungen auf, die nun in der Eröffnung des Prozesses münden. Es sind mehrere Zeugen geladen.

Der Fall hatte seinerzeit ein erhebliches Medien-Echo gefunden, auch in der Sendung "Kripo live" wurde berichtet. Daraufhin hatten sich mehrere Menschen gemeldet, die in diesem Zusammenhang Beobachtungen gemacht hatten.

Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes besagt, dass mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird, wer "ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt". In der Praxis verhängen die Gerichte in solchen Fällen meist Geldstrafen, nur selten kommt es zu Freiheitsstrafen, die dann fast immer auf Bewährung ausgesetzt werden. Selbst ein Mann, der seinen Hund grausam erhängt hatte, kam in Hessen mit 5000 Euro Geldstrafe davon.

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