Revierförster: "Fichte ist bei uns noch zu retten"

Die Schäden durch den Borkenkäfer sind auch im Revier Grünheide extrem - aber nicht so schlimm wie andernorts.

Grünheide.

Allein entlang der Staatsstraße zwischen Hohengrün und Jägersgrün habe man in den letzten Wochen rund 1000 Festmeter Schadholz wegschaffen müssen, berichtet Dirk Schönfelder, Revierförster in Grünheide: "Dort haben wir massive Abgänge, es bestand Gefahr für den Straßenverkehr." Um die vom Borkenkäfer befallenen Bäume fällen zu können, gab es zeitweise Ampelverkehr. Am wichtigsten sei die Entfernung der Rinde - denn darunter sitze der Käfer. "Wenn man sie entfernt, wird ein Großteil der Brut vernichtet." Einen Teil der befallenden Kronen schaffe man gar nicht mehr aus dem Wald, sondern zerhäcksele ihn vor Ort und blase die Schnitzel in den Wald: "Damit die Nährstoffe im Boden bleiben." In den Schnitzeln könnten die Käfer ebenfalls nicht überleben.

Mehrere hundert Stellen mit befallenen "Käferbäumen" gebe es in seinem Revier, das die Wälder rund um Bad Reiboldsgrün, Waldpark und Vogtlandsee umfasst, sagt Schönfelder. Er markiert sie mit GPS auf einer digitalen Karte. Und insgesamt rechnet der Förster mit 14.000 Festmetern Schadholz - nicht nur durch das Insekt, auch durch Stürme und Schneebruch. Trotzdem sehe es speziell in Sachen Fichte nicht so schlimm aus wie etwa im Raum Plauen oder Zwickau: "Die Fichte ist bei uns noch zu retten - anderswo nicht mehr." Auf dem Hochplateau seien die Bedingungen für sie relativ gut. Der Förster geht davon aus, dass am Ende je rund ein Drittel des Waldes in seinem Revier aus Fichte, Buche und Weißtanne bestehen wird, das werde allerdings Jahrzehnte dauern. Gestartet sei man Anfang der 90er-Jahre mit 98 Prozent Fichten. Seitdem laufe der Waldumbau: "Und jetzt zeigt sich: Das war richtig." Auf 700 der 1300 Hektar gebe es inzwischen einen "Unterstand" vor allem aus jungen Buchen und Weißtannen, der sich entwickeln könne, sobald er nicht mehr im Schatten der Fichten stehe.


Nach wie vor sei die Trockenheit ein Riesenproblem. Daran habe der Regen der letzten Wochen nicht viel ändern können. Insgesamt werde der Klimawandel die Wälder stark verändern, deshalb müsse man sich bei den Baumarten künftig "breiter aufstellen", auch mit Lärche, Douglasie, Eiche und Linde.

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