Satire-Partei sucht einen Spitzenprinzen

Die Partei parodiert die diesjährige Wahl zur Spitzenprinzessin auf ihre Art. Die Organisatoren der Original-Wahl sehen darin sogar einige Anregungen.

Plauen.

Wer wird am Ende mehr Bewerber davontragen: der Branchenverband Plauener Spitze und Stickereien oder die parodistische Partei Die Partei? Der Branchenverband sucht eine Frau, die das Amt der Plauener Spitzenprinzessin ab Mitte Juni weiterführt. Die Satiriker vom Partei-Kreisverband des Vogtlandes halten dagegen - und deshalb Ausschau nach einer männlichen Spitzenprinzessin.

"Mit Rika Maetzig setzte sich 2013 zum achten Mal in Folge eine Frau bei der Wahl zur Spitzenprinzessin durch", heißt es auf dem Facebook-Profil der vogtländischen Mitglieder von Die Partei, das zurzeit über 6000 Nutzern gefällt. "In Zeiten der Gleichberechtigung ein Unding. Schluss mit der jahrelangen Unterdrückung des Mannes", so Die Partei weiter. Sie sucht daher per Online-Aufruf Vertreter des männlichen Geschlechts, die sich mit einem Ganzkörperfoto von ihrer "weiblichsten Schokoladenseite" bewerben. Das Ziel: das diesjährige Spitzenfest im Juni "zu einem Faustschlag gegen die männliche Unterdrückung" zu machen. Eingeschickt wurden nach Angaben aus dem Kreisverband bisher drei Bewerbungen aus dem tschechischen Grenzgebiet - leider aufgrund eines Formfehlers alle nicht gültig. Plauen sei wohl noch nicht ganz bereit für eine männliche Prinzessin, heißt es.


Andreas Reinhardt vom Branchenverband findet die Parodie durchaus zum Schmunzeln, wie er sagt. "Das beleuchtet das Thema Spitzenprinzessin mal aus einem anderen Blickwinkel und bringt Aufmerksamkeit", erklärt er. Auch Plauens Kulturbürgermeister Steffen Zenner als Vize-Chef des Spitzenfest-Vereins findet die Idee lustig, wie er sagt. Er sieht allerdings auch einen ernsten Hintergrund. "Warum kein eleganter junger Spitzenprinz, wenn sich immer weniger junge Frauen berufen fühlen? Das könnte auch neue Klientel bringen", so Zenner. Man könne künftig über ein hoheitliches Paar nachdenken. Im Aufruf von Die Partei sieht er eher eine Anspielung auf den "Genderwahnsinn" als auf bisher fehlende Kandidatinnen fürs Hoheitsamt.

Tatsächlich hat sich bislang noch niemand beworben, wie Jürgen Fritzlar, Geschäftsführer des Plauener Spitzenmuseums, einräumt. Den Satirikern wünscht er viel Erfolg bei der Suche. "Das Thema Spitzenprinz kommt immer wieder mal hoch. Wir suchen aber nach wie vor die neunte Spitzenprinzessin."

Alle Infos zur Bewerbung als Plauener Spitzenprinzessin online unter:

www.spitzenprinzessin.de

www.freiepresse.de/spitzenprinzessin

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