Seit 150 Jahren laufen bei Vis die Bänder

Das Treuener Unternehmen stellt Förderbänder für die weltweite Industrie her. Die Bilanz zum Jubiläum: Die Auftragsbücher sind voll, doch der Nachwuchs fehlt.

Treuen.

Auf ihnen rollen die Waren im Supermarkt zur Kasse, die Brötchen in der Großbäckerei durch die Backöfen sowie Briefe und Pakete durch die Verteilerzentren der Post. Mit Förderbändern aller Art und Antriebsriemen erwirtschaftet das Treuener Unternehmen Vis mit knapp 60 Mitarbeitern einen Umsatz in Höhe von rund zehn Millionen Euro im Jahr, Tendenz leicht steigend, so Geschäftsführer und Inhaber Werner Weitz.

Die meisten Aufträge akquiriert das Unternehmen in der Lebensmittelindustrie und der Industrie. Ganz gleich, wo die Transportbänder zum Einsatz kommen, es handelt sich dabei fast immer um Spezialprodukte, erklärt Werner Weitz. Beim Material spielen unter anderem Themen wie Hitzebeständigkeit und Ablöseeigenschaften eine Rolle. Als ein Beispiel nennt er das industrielle Backen von Semmeln: "Auf speziellen Bändern rollen die Brötchen durch die Bäckerei einschließlich der Backöfen. In den Öfen müssen sie die Hitze aushalten und die Brötchen müssen sich immer problemlos von den Bändern lösen." Im Gegensatz dazu dürfen sich die Bänder nicht auflösen. Sie müssen hitzebeständig sein. Für Eigenschaften wie diese ist bei Vis eine dreiköpfige Entwicklungsabteilung zuständig. Dort seien die Materialien für die rund 400 Transportband-Anwendungen entwickelt worden, die das Treuener Unternehmen anbietet, so Weitz.

In der Entwicklungsabteilung sieht der Geschäftsführer das größte Pfund des Unternehmens: "Wir versuchen, unsere Kunden durch individuelle Produkte zu begeistern." Dabei käme es vor allem darauf an, die Probleme der Firmen zu lösen. Auch in dem Fall bedient sich Weitz eines Beispiels aus der Lebensmittelindustrie: "Plätzchen werden auf Transportbändern ausgestochen. Dabei kommt es darauf an, dass sich die ausgestochenen Plätzchen leicht vom Band lösen und der restliche Teig liegen bleibt." Erreicht werde das mit speziellen Beschichtungen.

Die Belieferung der Lebensmittelindustrie hat Weitz aufgebaut, nachdem er das damals insolvente Unternehmen vor 18 Jahren gekauft hatte. Ziel war es, neue Märkte zu erschließen. Kunden für Vis-Produkte gebe es auf der ganzen Welt.

Die Geschichte der Firma reicht weit zurück. Mit 150 Jahren dürfte sie zu den ältesten im Vogtland zählen. Gegründet hat sie Gustav Kunz im Jahr 1868 als Mechanische Triebriemenweberei und Seilfabrik. Das Jubiläum wurde im September mit der Belegschaft gefeiert. Der Geschäftsführer bedauert, dass bei der Feier keine Auszubildenden dabei waren. "Wir würden gerne Lehrlinge zum Textilveredler ausbilden." Aber trotz Werbung hätten sich in den vergangenen Jahren keine Interessenten mehr gemeldet. Das Unternehmen könnte zudem sofort drei Mitarbeiter einstellen.

Unabhängig davon sieht Weitz die Vis nicht nur durch die Entwicklungsabteilung gut gerüstet: "Unsere Auftragsbücher sind voll."

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