Textilausrüstung Pfand für ökologisches Handeln geehrt

Die Lengenfelder Firma ist breit aufgestellt und voller Ideen. Textil-Verband und IHK sehen Kooperationen als Schlüssel des Erfolgs.

Lengenfeld.

Wer bei der Textilausrüstung Pfand in Lengenfeld zu tun hat, durchquert auf dem Walkmühlenweg oberhalb der Göltzsch ein ländliches Idyll. Wie aus dem Nichts tauchen dann die Hallen eines Unternehmens auf, das bei der Entwicklung von Produkten ebenso innovativ ist wie beim Optimieren von Abläufen. Für das "ökologisch verantwortungsbewusste Handeln" erhielt jetzt Holger Erth, der Geschäftsführende Gesellschafter, eine Urkunde des Sächsischen Umweltministeriums.

Und so gab's großen Bahnhof bei Pfand. Als Vertreterin der Umweltallianz Sachsen, der auch die Textilausrüstung Pfand angehört, übergab IHK-Umweltreferentin Monique Thalheim die Urkunde. IHK-Referatsleiter Gerd Andreas und Geschäftsführer Peter Werkstätter vom Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie (VTI) gratulierten ebenfalls.

Und darum geht es: Mit einem modernisierten Wärmetauscher-System konnte die Textilausrüstung Pfand den Erdgasverbrauch um 30.000 Kilowattstunden (kWh) jährlich senken. "Wir nutzen heiße Abluft von unserem Spannrahmen, wo wir mit Temperaturen von 200 Grad Celsius arbeiten, zum Aufheizen von Prozesswasser", erläutert Holger Erth. Die damit gewonnene Wärme wird für diverse Prozesse der Textilveredlung sowie in der kalten Jahreszeit zum Aufheizen angesaugter Frischluft genutzt. Mit der Einführung von LED-Leuchten und dem Austausch anderer Stromfresser konnten weitere 10.000 kWh eingespart werden.

Mit 22 Mitarbeitern sowie zwei Auszubildenden ist das Lengenfelder Unternehmen keine große Nummer, doch das angebotene Spektrum der von Erth bescheiden "Lohnveredler" genannten Firma ist enorm. Von anderen mittelständischen Firmen zugesendete technische Textilien, Bekleidungsstoffe und Heimtextilien erhalten die Eigenschaften, die für ihren Zweck erforderlich sind. Das reicht vom Flamm- und Fleckschutz über antibakterielle Wirkung und Waschbeständigkeit bis zur Rauch abweisenden Wirkung und zur Abschirmung von Strahlung. Besonders spannend wird es, wenn mehrere Eigenschaften erforderlich sind, die eigentlich nicht unter einen Hut passen.

Dementsprechend breit gefächert sind auch die Kunden des Textilveredlers. Klassisch dabei sind die Hersteller von Plauener Spitze, Hersteller von Gardinen und Rundstrickware. Ebenso erhält die Textilausrüstung Pfand im Vogtland Aufträge für militärische Zwecke.

Doch wie kann eine kleine Firma derart breit aufgestellt sein? Bei Forschung und Entwicklung sind die Kunden mit im Boot. "Es haben sich Netzwerke textiler Tüftler gebildet", erläutert Holger Erth. Insbesondere Mittelständler aus Sachsen, Ostthüringen und Oberfranken, aber auch andere Firmen sind mit dabei - je nach Bedarf.

An der Stelle hakt Peter Werkstätter ein. Der VTI-Geschäftsführer lobt die faire Zusammenarbeit der Unternehmen. "Die können miteinander", sagt er. So erreiche man eine "komplette Wertschöpfungskette" in der Region. Gerd Andreas von der IHK sieht Vorteile in der Kleinteiligkeit der Firmen im Vogtland.

Ein Kapitel für sich ist Firmenchef Holger Erth. Der agile 46-Jährige hat Jahre lang in der Forschung gearbeitet und ist nebenher als Honorarprofessor an der TU Chemnitz aktiv. 2012 wollte er sich unternehmerisch betätigen. Die IHK vermittelte ihn zur Textilausrüstung Pfand, die zum Verkauf stand.

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