Töpfer zwischen Trend und Tradition

60 Kunsthandwerker sind zum Auerbacher Töpfermarkt am Wochenende angereist. Für einige war es eine Premiere, andere versorgten ihre Fangemeinde.

Auerbach.

Nach 21 Jahren Präsenz im Auerbacher Veranstaltungskalender zieht der Töpfermarkt immer noch frische Trümpfe aus dem Ärmel. Auch diesmal bauten einige der etwa 60 Kunsthandwerker aus Deutschland, Tschechien und Ungarn ihre Stände zum ersten Mal auf dem Altmarkt und in der Amtsstraße auf. Für Michael Binder von der Saalfelder Firma Keramik am Tor war das vergangene Wochenende zumindest geografisch eine neue Erfahrung. Eine gute, meinte er: "Das ist hier ein sehr nettes Publikum."

Anderswo in der Republik ist Michael Binder seit langem zugegen. "Unsere Kunden haben uns auf Märkten gefragt, warum wir nicht hierherkommen", erzählte er. Der Thüringer verkaufte Gebrauchsgeschirr und Zier-Spaßvögel. Seine Standbesucher interessierten sich für beides. Und sie machten Binder zufolge nicht nur zum Gucken halt. Ein Lob sprach er Organisator Helmut Forner aus. "Ich muss einfach mal sagen, dass derjenige, der den Markt veranstaltet, ganz nett auf einen zukommt. Man wird auch zum Standort gebracht", so Binder. "Es gibt Marktbetreiber, die tauchen das ganze Wochenende nicht auf."

Andere Verkäufer handgemachter Töpfer- und Korbflechtkunst ließen bisher keine Ausgabe ungenutzt verstreichen oder sind seit etlichen Jahren dabei. Auf ein Jahrzehnt bringen es Eva und Klaus Hermann von Hase-Dietz-Keramik in Treben bei Altenburg. Ihre Tierfiguren fielen auch einer Kirchbergerin und ihrer Tochter ins Auge. Die junge Mutter wollte namentlich nicht genannt werden, verriet aber, dass sie regelmäßig in Auerbach beim Töpfermarkt vorbeischaue. "Jedes Jahr wird was Kleines dazugekauft", berichtete sie. Denn ihr Lieblingstöpfer sei immer da. "Von dem haben wir schon viele Sachen. Das blau-graue Geschirr mit Herzen und Schnüren ist schön für die Küche." Wie die Zwickauer würden eine Reihe Marktbesucher spezielle Designs sammeln, bestätigte Helmut Forner. "Jeder Töpfer hat eine eigene Handschrift." Markenzeichen seines eigenen Unternehmens im Auerbacher Ortsteil Schnarrtanne sind Margeriten und Mohnblumen.

Forner hob den Töpfermarkt, der seinesgleichen in der Region sucht, einst aus der Taufe. "Damit wird unsere Innung bekannt gemacht", schilderte der Handwerksmeister dessen weit über Auerbach hinausgehende Bedeutung. "Wie andere Gewerke haben auch wir mit Personal- und Lehrlingsmangel zu kämpfen", sagte er. Für eine Töpfer-Innung reicht es im Vogtland nicht. Man ist sachsenweit organisiert. Forner achtet jedes Jahr darauf, dass die gesamte Bandbreite an Handwerksbetrieben vertreten ist und Qualitätsware den Besitzer wechselt.

Dekoratives für Garten und Terrasse hat sich im Laufe der Jahre zu einem Verkaufsschlager entwickelt. Und noch etwas ist anders. "Wir sind mit unserer Produktion vielfältiger geworden", zog Helmut Forner Vergleiche. "Man muss immer einen gewissen Trend mitmachen, aber auch sein Erkennungsbild erhalten."

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