Vogtländer haben Pendelei satt

Zur 2. Falkensteiner Jobbörse am Samstag sind zahlreiche Interessenten auf die Suche nach Aus- und Weiterbildungen gegangen - und nach einem Job in der Heimat.

Falkenstein.

Einen Stand nach dem anderen nehmen Jenny Köp-nick und Daniel Leistner unter die Lupe. 25 Firmen, Organisationen und Einrichtungen unterschiedlichster Branchen sind dem Aufruf zur 2. Falkensteiner Jobbörse am Samstag in der Zweifeld-Sporthalle gefolgt: potenzielle Arbeitgeber, Aus- und Weiterbilder. Den beiden Rückkehrern aus dem Schwabenland steht der Sinn nach Veränderung.

Das ständige Pendeln haben Jenny Köpnick und Daniel Leistner satt. Sie ist Elektronikerin, ließ sich in Ulm ausbilden, arbeitete dort im Beruf und meisterte den Spagat zehn Jahre. Er ist Industriemechaniker, arbeitete sechs Jahre als Monteur in einem Ort an der Donau und gründete dort eine Familie. Im März 2019 kehrte der 34-jährige Dorfstädter zurück. "Jetzt bin ich erst mal in Elternzeit", berichtete er. Wie es danach weitergeht, ist noch offen. "Ich bin aber flexibel."

Jenny Köpnick wohnt seit zwei Jahren wieder in Auerbach, arbeitet in Zwickau und sucht in ihrer Heimatregion eine Stelle. Nach Südwestdeutschland verschlug sie die Notwendigkeit. "Ich hatte hier auch nach über 100 Bewerbungen keinen Ausbildungsplatz bekommen", erinnert sich die heute 30-Jährige.

Jenny Köpnick und Daniel Leistner kennen sich in der "Pendler-Szene" aus. "Wir haben dort unten viele Sachsen getroffen", erzählte er. "Die meisten wären nie weggegangen, vor allem wegen der Familie." Perspektivlosigkeit und oftmals fehlende Tarifbindung seien damals die Hauptgründe gewesen. "Überall heißt es, wir brauchen Fachkräfte. Es sieht aber nicht so aus, als ob sich das schnell ändert", bedauert Jenny Köpnick. "Was da jede Woche nach München und Baden-Württemberg rollt, sind alles Fachkräfte, die hier fehlen."

Zu den jungen Menschen, die auch bleiben möchten, gehört Fynn Lehmann. Der Neuntklässler interessiert sich für eine Ausbildung bei der Polizei und machte am Stand von Erik Witzke lange Station. "Ich möchte gerne wissen, was dahintersteckt und die Abläufe kennen lernen", sagte der Schüler aus Jocketa. Mit Fragen zu grundlegenden Dingen wird Polizeikommissar und Berufsberater Erik Witzke bei Messen am häufigsten konfrontiert. "Die Leute wollen sich aber auch über Spezialausbildungen informieren."

Nach der ersten Jobbörse vor einem Jahr in einer Schulturnhalle entschied sich das Falkensteiner Begegnungszentrum "Vitamin B" als Ausrichter diesmal für die große Zweifeld-Sportstätte am Jahnplatz. "Wir sind zufrieden mit der Resonanz", sagte Zentrumsleiterin Viola Renger. Und Falkensteins Bürgermeister Marco Siegemund (CDU) betonte: "Für uns als Stadt ist es sehr wichtig, dass sich Unternehmen aus der Region und vor allem aus Falkenstein präsentieren." Die mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds geförderte Börse diene nicht zuletzt dem Austausch der Firmen untereinander.

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