Werda will Kita in Kottengrün aufgeben

Mehr als zwei Millionen Euro will die Gemeinde investieren, damit es bald genug Plätze in den örtlichen Kindereinrichtungen gibt. Dafür soll die Kita Waldwichtel wachsen, die Kita Eimbergzwerge jedoch geschlossen werden.

Werda/Kottengrün.

Trotz angespannter Haushaltslage nimmt die Gemeinde Werda das Problem der fehlenden Plätze in den Kindereinrichtungen im Ort in Angriff. Die Lösung, für die sich der Gemeinderat jüngst entschieden hat: Erweiterung der Kindereinrichtung Waldwichtel im Ortsteil Werda.

"Bereits seit einiger Zeit beschäftigt den Gemeinderat das Problem, dass die Plätze in unseren beiden Kindereinrichtungen in Kottengrün mit 30 Plätzen und Werda mit 36 Plätzen dem Bedarf nicht mehr gerecht werden", nennt Bürgermeisterin Carmen Reiher (parteilos/CDU-Mandat) den Auslöser der Überlegungen. Als Lösungsvarianten seien die Nutzung der vorhandenen Einrichtungen und auch ein Neubau mit insgesamt 80 Plätzen geprüft worden. "Beim Neubau wäre eine Förderung in absehbarer Zeit aussichtslos", verweist Reiher auf Gespräche mit dem Kreisjugendamt im Vorfeld der Entscheidung. Deshalb habe sich der Gemeinderat für die Variante Um- und Ausbau ausgesprochen - umzusetzen am Standort der Kita Werda.

Für die Entscheidung führt die Bürgermeisterin vor allem "die örtlichen Gegebenheiten" an: Das Gelände der Kita Waldwichtel in Werda biete nicht nur den notwendigen Platz für eine Erweiterung, sondern sei in der Nachbarschaft zum Sportkomplex und zum Spielplatz auch gut gelegen.

In Kottengrün dagegen bestünden diese Voraussetzungen für eine Erweiterung so nicht: Die Kita teilt sich ihr Domizil mit der Außenstelle der Gemeindeverwaltung und der Bibliothek der Kulturellen Interessengemeinschaft Landleben.

Ersten Kostenschätzungen zufolge soll die Kita-Erweiterung rund 2,5 Millionen Euro kosten. "Bei einem in Aussicht gestellten Fördersatz von 75 Prozent verbleibt bei der Gemeinde immer noch ein Anteil von zirka 520.000 Euro, der teilweise durch Kreditaufnahme finanziert werden muss", erläutert die Bürgermeisterin unter Hinweis auf den finanziellen Kraftakt, den das Projekt für Werda darstellt. Doch die Finanzierung sei zu stemmen, die Kreditaufnahme sei mit der Rechtsaufsicht abgestimmt, erklärt Carmen Reiher.

Laut Gemeindeverwaltung soll in diesem Jahr die Kita-Erweiterung geplant werden, 2020/21 dann der An- und Umbau erfolgen.

Die Erweiterung der Kindereinrichtung im Ortsteil Werda bleibt für den Ortsteil Kottengrün nicht ohne Folgen: Wie die Bürgermeisterin gegenüber "Freie Presse" ankündigte, soll nach Abschluss der Umbauarbeiten in Werda der Kindergarten in Kottengrün aufgegeben werden. Diese Konsequenz sei dem Gemeinderat klar gewesen, als er sich auf seiner Sitzung am 12. Februar einstimmig für die Anbaupläne aussprach, betont Reiher.

Die Mitarbeiter der kommunalen Kindereinrichtung seien im Vorfeld in die Entscheidung einbezogen worden. Auch die Elternvertretung der Kindereinrichtung Eimbergzwerge hätte die mit den Erweiterungsplänen verbundenen Konsequenzen akzeptiert, verweist die Bürgermeisterin auf Gespräche, "die wir bereits Ende letzten Jahres geführt haben".

Deshalb ist Carmen Reiher zuversichtlich, dass die vom Gemeinderat getroffene Entscheidung trotz der Härten für den Ortsteil Kottengrün im Dorf akzeptiert wird. "Jedenfalls regt sich bislang kein Widerstand", erklärt sie.

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