Wohnstätte zieht um in die Toskana

Premiere für die Kinder und Jugendlichen der Lebenshilfe-Einrichtung "Insel": Dank Spenden machen sie richtig Urlaub.

Auerbach.

Mit zwei VW-Bussen und einem Caddy sind 13 behinderte junge Leute und acht Betreuer aus Auerbach am Freitag Richtung Italien gestartet: Die gesamte Lebenshilfe-Wohnstätte "Insel", ansässig in der Bahnhofstraße, zieht für eine Woche um in die Toskana. Es ist der erste große Urlaub für die Bewohner, wie Lebenshilfe-Sprecher Bernd Schädlich erklärt: "Bisher ging es höchstens mal in den Waldpark Grünheide." Ziel der Fahrt ist der Ort Civitella in Val di Chiana, südlich von Florenz, wo alle in einem großen Ferienhaus mit Pool untergebracht werden. Damit die Fahrt bis dorthin nicht gar zu stressig wird, gibt es einen Zwischenstopp mit Übernachtung auf einem Campingplatz am Gardasee.

Die Idee für den Urlaub hatte der neue Fachbereichsleiter André Tunger, möglich wurde sie nur dank der Unterstützung von vielen Sponsoren - Privatleuten, Firmen und Institutionen. So steuerte ein junger Chemnitzer 500 Euro bei, die er zuvor bei einer Facebook-Aktion gewonnen hatte. Von den Seminarschülern flossen ebenfalls 500 Euro über "Genial sozial". Das Geld reichte noch zum Kauf von Zelten und Iso-Matten für alle.


Bernd Schädlich betont: "Das ist für die jungen Leute natürlich ganz was Großes, sie reden seit Monaten von fast nichts anderem. Und für die Betreuer ist es auch spannend." Die seien dann ja rund um die Uhr im Einsatz, ließen sich aber nur die normalerweise üblichen Stunden bezahlen - nur so sei das Ganze finanzierbar. Die Wohnstätte sei jetzt komplett leergezogen.

Über die Erlebnisse der "Insel"-Bewohner in der Urlaubswoche soll in einem Blog auf der Homepage der Auerbacher Lebenshilfe berichtet werden, sodass insbesondere die Spender immer auf dem Laufenden bleiben.

Die Kinder- und Jugendwohnstätte "Insel" besteht seit 2012, es gibt dort maximal 16 Plätze für Mädchen und Jungen im Alter von elf bis 16 Jahren. Sie sind geistig behindert, einige verhaltensauffällig. In der Einrichtung sollen sie besonders gefördert und betreut werden, speziell geht es um lebenspraktische Fähigkeiten. Es gibt zwölf Einzel- und zwei Doppelzimmer. Auf jeder Etage befindet sich eine Küche und ein Bereich, wo die Bewohner zusammen essen und sich aufhalten können. Das komplette Haus ist barrierefrei gebaut und eingerichtet, dazu gehört ein großes Pflegebad.

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