27-Jähriger wegen Doppelmordes vor Gericht

Nach Brandanschlag im Februar: Prozess beginnt im September - Zweiter schwerer Brandanschlag bleibt ungeklärt

Plauen/Zwickau.

Der tödliche Anschlag auf ein Plauener Mehrfamilienhaus wird demnächst vor dem Landgericht Zwickau rekonstruiert. Am 12. September beginnt der Prozess gegen den Mann, der das Feuer gelegt haben soll. Die Staatsanwaltschaft hatte im Juni Anklage wegen zweifachen Mordes erhoben. Er sitzt in Untersuchungshaft. Der arbeitslose Dresdener wird beschuldigt, bei einem Besuch in Plauen seine beiden Freunde getötet zu haben.

Damit steht dieser Kriminalfall von Anfang Februar kurz vor dem Abschluss. Ungeklärt bleibt indes, wer fünf Wochen zuvor das Feuer in einem anderen Mietshaus in der Nachbarschaft gelegt hatte. Die Flammen verbrannten kurz vor Silvester zwei Menschen so schwer, dass sie mehrere Wochen in Spezialkliniken behandelt wurden. Eines der Opfer war ein Kleinkind. Ein Beschuldigter wurde kurz nach seiner Festnahme entlassen, die Staatsanwaltschaft Zwickau stellte das Verfahren jetzt ein. "Es konnte kein Tatnachweis geführt werden. Wir konnten dem Beschuldigten nichts nachweisen", sagt Sprecherin Ines Leonhardt.

Beide Brandhäuser hatten denselben Eigentümer. Als das Haus Trockentalstraße durch die Flammen zerstört war, quartierte er die Bewohner in dem Haus an der Dürerstraße ein. Viele von ihnen gehörten der Volksgruppe der Roma an.

Den zweiten Brand ordnen die Ermittler einem Streit unter Deutschen zu. Der mutmaßliche Täter soll bei seinem Freund aus Kindertagen, den er regelmäßig besuchte, übernachtet haben. An jenem Montagmorgen zündete er dessen Dachgeschosswohnung an, so die Staatsanwaltschaft. Er soll Feuer aus einem Kleiderhaufen gemacht haben, der in der Wohngemeinschaft lag. Als die Flammen etwa einen halben Meter hoch waren, sei er geflüchtet.

Eine 22-Jährige und ein 25-Jähriger starben durch eine Kohlenmonoxidvergiftung. Der ein Jahr jüngere Bruder des Verstorbenen kam mit lebensgefährlichen Verbrennungen ins Krankenhaus. Eine weitere Bewohnerin erlitt eine Rauchgasvergiftung. Der mutmaßliche Brandstifter war zunächst als Zeuge gesucht worden, verstrickte sich aber bei seiner Polizeivernehmung in Widersprüche. (manu)

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