60-mal Spitzenfest: Ausstellung wirft mehr als einen Blick zurück

Viel Material über das im Jahre 1955 erstmals organisierte Stadtfest findet sich im Stadtarchiv. Einige Raritäten stellt es jetzt aus - auch den Gruß eines echten "Brummers".

Plauen.

Jubiläen und runde Jahrestage sind ein willkommener Anlass für schöne Erinnerungen. Wenn man sich erinnert, dann tut man das in Bildern. Das ist beim anstehenden 60. Spitzenfest nicht anders. Aus diesem Grund haben die Leiterin des Stadtarchivs, Doris Meijler, ihr Stellvertreter Clemens Uhlig und die Mitarbeiter der Einrichtung die neue Jahresschau mit zahlreichen Fotos aus allen sechs Jahrzehnten gespickt. Durch den neuerlichen Einsatz der 2018 angeschafften Medienstation können Besucher ab Samstag mehr als hundert Bilder ansehen. Die zeigen frühere Spitzenfeste im Stadtpark und die heutigen im Stadtzentrum von all ihren Seiten. Die Medienstation ist ein Bildschirm, auf dem man in Aufnahmen aus dem Jahr 1974 blättern kann.

"Wir haben die Ausstellung nicht chronologisch, sondern thematisch aufgebaut", erklärt Ausstellungsmacher Clemens Uhlig. Bei der Beschäftigung mit der Geschichte des größten Stadtfestes der Region hat der aus Greiz stammende Historiker festgestellt: "Vieles taucht immer wieder auf." Immer wurde etwas für die Kinder geboten und immer wieder wurde auch Sport gemacht. Das Abschlussfeuerwerk ist fester Bestandteil und ohne Gastronomie geht ebenso wenig wie ohne Stars. Früher hießen die freilich anders als heute. Reifere Jahrgänge schwärmen immer noch von den "Vier Brummers". Einer der Brummer hat ein Andenken hinterlassen: "Ich hoffe, dass das Spitzenfest spitze bleibt und Sie auch", hat Wolfgang Röder (1926-1993) im Gästebuch der Parktheaterbühne hinterlassen. Der Dresdener war bei dem von 1951 bis 1977 existierenden Ensemble für Gesang und den Humor zuständig. "Die Brummers waren mehrmals zu Gast", weiß Doris Meijler. Der Eintrag von Wolfgang Röder ist in dem aufgeschlagenen Gästebuch in einer Vitrine zu betrachten.


Die umfangreiche Sammlung des Stadtarchivs zum Spitzenfest ist auch der umfangreichen Sammlung einiger Plauener zu verdanken, die ihre Lichtbilder der städtischen Einrichtung zur Verfügung gestellt haben. Dazu gehören die Plauener Fotografinnen Johanna Falk und Ingrid Friedrich sowie Rudolf Fröhlich. "Über Rudolf Fröhlich hatten wir ja vor fünf Jahren eine Extra-Schau", erinnert die Archivleiterin an den verstorbenen Fotografen. Auch Johanna Falk hat ihren Nachlass den Historikern vermacht. Ingrid Friedrich wird Gast der Ausstellungseröffnung am Donnerstagabend sein.

Auch Gläser, Ersttagsbriefe für Briefmarkensammler und Ansichtskarten der vergangenen 64 Jahre sind Teil der Schau. Das wiederum ist auch einem Sammler zu verdanken: Peter Winkler, der einst ein Briefmarkengeschäft an der Stresemannstraße betrieben hat und auch immer wieder Material für den Blickwinkel-Kalender der Druckerei Ott bereitstellt. Nicht zuletzt auch durch die Zuarbeit des Vogtlandmuseums ist die große Retrospektive zum Spitzenfest-Jubiläum zustande gekommen. Gezeigt wird sie als Jahresausstellung bis 28. Mai 2020.

Die Ausstellung "Stadt feiert Spitze - Retrospektive zum 60. Plauener Spitzenfest" im Plauener Stadtarchiv an der Herrenstraße wird am Donnerstagabend im Beisein geladener Gäste eröffnet. Für jedermann geöffnet ist sie am Samstag, 13 bis 17 Uhr, und Sonntag, 10 bis 14 Uhr, sowie in der Nacht der Plauener Museen am 28. Juni, 18 bis 1 Uhr. Ab 24. Juni ist Dienstag 9 bis 18 Uhr, Mittwoch 9 bis 15 Uhr und Donnerstag 9 bis 17 Uhr geöffnet.

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