Alter Stollen im Nymphental dicht

Die Stadtverwaltung weist Gerüchte zurück, wonach sich Touristen im historischen Bergbau nahe der Pfaffenmühle verirrt haben sollen. Das Stollenmundloch ist seit einem Jahr verschlossen.

Plauen.

Dass sich Touristen jüngst in einem alten Stollen im Nymphental bei der Pfaffenmühle verirrt haben sollen, kann die Stadtverwaltung nicht bestätigen. Das Gerücht machte neulich in einer Facebook-Gruppe die Runde. Doch der Zugang in den Felsen am Kaltenbach ist bereits seit November vorigen Jahres mit einem Eisengitter verschlossen. Das Rathaus ist damit seiner Verkehrssicherungspflicht nachgekommen.

"Anfang 2018 wurde durch die Bergsicherung Sachsen in der Nähe des damals noch ungesicherten Stollen ein Tagesbruch aufwendig saniert", sagt Revierförster Steve Fischer, der für das Gebiet zuständig ist. Ein Tagesbruch ist ein Bergschaden, der aufgrund von Verbrüchen im Untergrund an die Erdoberfläche kommt. Die Erdoberfläche heißt in der Bergmannssprache "Tag".

Im Zuge dieser Sicherungsmaßnahmen habe man auf den Stollen im Nymphental hingewiesen, der zu diesem Zeitpunkt noch offen war. Daraufhin wurde er mit einem Eisengitter gesichert und verschlossen. Dass sich jemand darin verlaufen kann, hält Fischer für unwahrscheinlich: "Der Stollen weist nach meinem Kenntnisstand eine Länge von etwa 19 Metern auf und hat keine Verzweigungen."

Bergbau ist in der Vergangenheit an vielen Stellen der Region betrieben worden - auch in und um Plauen herum. Im Buch "Plauen und das mittlere Vogtland" aus dem Akademie Verlag Berlin weisen die Autoren auf eine frühere Eisensteingrube im engen Tal des Kaltenbachs hin. Das Stollenmundloch sei nach einem Wassereinbruch 1892 offen gelassen worden, heißt es dort.

Über einstigen Bergbau im Gebiet um das nahe Röttis ist auch im Landschaftsplan der Stadt Plauen die Rede. Das Nymphental gehört zum Naturschutzgebiet Elsterhang bei Röttis, das sich bis zur Barthmühle erstreckt. In dem Landschaftsplan wird von zwei ehemaligen Stollen bei dem Ort berichtet. Auch in Wanderbeschreibungen wird darauf hingewiesen. Aus Röttis ist auch das Röttisit bekannt. Dabei handelt es sich um ein Nickelerz aus der alten Hans-Georg-Fundgrube nahe des Ortes, aber nicht um den verschlossenen Stollengang im Nymphental.

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