Anwohner fühlen sich verschaukelt

Ohrenzeugen berichten von Knallen bei Ausbruch des Glitzner-Brandes. Das Landratsamt aber bleibt bei seiner Position.

Scheidenbach.

Vor und nach den Bränden bei der kreiseigenen Müllfirma Glitzner haben Anwohner bei Behörden wiederholt offensivere Informationspolitik angemahnt: "Versprochen wurde viel. Auch jetzt wird es wieder heißen, alles gut, nichts passiert." Mit diesem Satz sprach am Montag, dem Tag des dritten Großbrandes, ein Anwohner sein Misstrauen behördlichen Aussagen gegenüber aus.

Schneidenbachs Ortsvorsteher Jens Groschopf erklärte nach der gut besuchten Sitzung des Ortschaftsrates am Mittwoch im Hinblick auf von mehreren Anwohnern bezeugte Knalle: "Dass die Behörde sagt, es habe keinen Knall gegeben, das verstehen viele nicht. Das Ganze hat wieder so ein Geschmäckle." Andere fragen sich: Wenn ein allgemein anerkannter Sachverhalt dementiert wird, wie sind dann amtliche Informationen etwa zum Inhalt der Rauchfahne zu bewerten? Zum Schadstoffgehalt der Qualmsäule stehen Ergebnisse noch aus. Umweltamtschef Tobias Pohl hatte von typischem Rauchgas gesprochen.

In Sachen Knall gibt es indes Berichte, die den Schluss zulassen: Es könnte kurz vor Ausbruch einen, mit Sicherheit kurz nach Ausbruch des Feuers mindestens einen Knall gegeben haben. Verantwortliche hatten am Montag gesagt, es habe weder Explosionen noch Verpuffungen gegeben. Davon rückt der Kreis auch nicht ab: "Der Landkreisbehörde sind keine Meldungen von am Einsatz beteiligten Feuerwehrkameraden zu Explosionen oder Verpuffungen bekannt."

Positiv wird in Schneidenbach indes bewertet: Glitzner-Mitarbeiter waren unterwegs, um Brandreste einzusammeln, die das Feuer weithin verteilt hatte.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...