Brand in Haselbrunn ruft Retter und Schaulustige auf den Plan

Das Feuer ist nicht nur an einer Stelle ausgebrochen. Mehrere Brandherde sind in der Regel ein Indiz fürs Zündeln. Was die Flammen anrichten, wollten viele Plauener sehen.

Plauen.

Glotzen, Handy-Filmchen drehen, fotografieren und die Bilder gleich kommentiert ins Internet stellen - das taten am Donnerstagabend eine Menge Schaulustige, die sich nahe der Alten Kaffeerösterei drängten. Bei dem Kulturzentrum an der Hans-Sachs-Straße in Haselbrunn hatten zwei Unterstellgaragen und ein Schuppen gebrannt. Um 20.40 Uhr habe sie die Feuerwehr gerufen, sagte "Röste"-Mitarbeiterin Marlén Rieger gestern am Telefon: "Es hat richtig gelodert." In den Hütten waren gebrauchte Möbel untergebracht. "Das ist aber kein Vereinsgelände", so Rieger

Sie wisse nicht, wer der 28-Jährige sei, welcher sich laut Polizei zufällig am Brandort befand und leicht verletzt worden sein soll. Was der Mann dort zu suchen hatte, werde derzeit geklärt, so Polizei-Sprecherin Anett Münster. Bei der Brandursache tappen die Ermittler ebenfalls im Dunkeln. Die Kriminalpolizei ermittle auch in Richtung Brandstiftung. Jörg Pöcker, Chef der Plauener Berufsfeuerwehr, sagte gestern: "Es ist ungewöhnlich, dass mehrere Objekte zur gleichen Zeit brennen." Viele Brandherde sind in der Regel ein Indiz fürs Zündeln. Und Marlén Rieger gibt zu bedenken: "Es war nasskalt, als das Feuer ausbrach."

Durch die Flammen wurden auch zwei Autos und ein benachbartes Haus beschädigt. Dass die Flammen sich auf das angrenzende Autohaus ausbreiten, verhinderten die Helfer allerdings. Nichts machen konnten die Floriansjünger indes gegen die Spanner, die den Fußweg hinter den Einsatzfahrzeugen säumten. "Sie behinderten unsere Arbeiten jedoch nicht", so Jörg Pöcker, der selbst vor Ort war. Neugierige Zaungäste seien bei fast allen Einsätzen anzutreffen. Im schlimmsten Fall könne man mit Absperrbändern arbeiten oder einen Platzverweis aussprechen.

Für Pöcker sei es verständlich, dass Menschen sich informieren wollen, aber er fordere Achtung, Anstand und Mitgefühl ein. Den "Gaffer-Gesetz"-Entwurf begrüße er. Demnach sollen Geldstrafe oder Freiheitsentzug für den fällig werden, der Rettungsarbeiten stört. Pöcker: "So ein Gesetz ist überfällig."

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