Bravos für die Königin der Nacht

Die "Zauberflöte" hatte im Parktheater Premiere. Die Inszenierung entpuppt sich als farbenprächtig - und nimmt sich ein paar Freiheiten.

Plauen.

Stehende Ovationen gab es am Dienstagabend im Plauener Parktheater zum großen Finale der Premierenaufführung des Opernklassikers "Die Zauberflöte". Wie von vielen prognostiziert, blieben in der ersten Aufführung zum ungewohnten Premieren-Termin unter der Woche viele Plätze leer. Im Vorfeld waren rund 800 Tickets abgesetzt worden. Trotz einiger Lücken in den Sitzplatzreihen erlebten die Theaterfreunde im Open-Air-Gelände einen stimmungsvollen Abend. Das lag in erster Linie an den Akteuren auf der Bühne.

Die ersten Bravo-Rufe gab es gleich am Anfang der Inszenierung für Gastsängerin Ani Taniguchi, die als "Königin der Nacht" das Publikum beeindruckte. Ehemann Shin, der einige Jahre zum festen Ensemble des Theaters Plauen-Zwickau gehörte, wirkte ebenfalls mit.


Unter der Regie von Musiktheaterdirektor Jürgen Pöckel entwickelte sich die Handlung mit vielen Farbtupfern und brillant vorgetragenen Arien. Im Mittelpunkt der Kulissen steht eine von den Darstellern begehbare pyramidenartige Konstruktion. Während der Szenen leuchten die Verstrebungen in unterschiedlichen Farben. Je später der Abend, umso intensiver kam der Effekt zum Tragen. Mittendrin spielte das Philharmonische Orchester des Theaters. Die Macher der Oper gaben sich bei Mozarts Bühnenwerk viele Freiheiten. So fuhr der von Sebastian Seitz gespielte Vogelfänger "Papageno" mit einer knatternden "Schwalbe" vor. Als schräger Vogel mit Punker-Frisur sorgte er nicht nur auf dem Moped in der Märchenwelt des Königreiches für Klamauk.

Opernfans ist die Handlung bestens bekannt: Die drei Damen der Königin der Nacht retten den Prinzen Tamino vor einer gigantischen Schlange. Als Gegenleistung fordert ihn die Königin der Nacht auf, ihre Tochter Pamina aus Sarastros Sonnenreich zu befreien. Ausgestattet mit einer Zauberflöte sowie einem Glockenspiel machen sich der Vogelfänger und der Prinz auf den Weg. Unterwegs muss das Duo einige Prüfungen bestehen.

Beim Klang der Zauberflöte wurden im Parktheater sogar die wilden Tiere zahm. Ein Elefant aus Schaumstoff stampfte über die Bühne. Bei diesem Anblick erinnerte sich so mancher Besucher sofort an die "Aida"-Aufführung von 2001. Damals sorgte noch ein echter grauer Riese für Furore.

Schillernde Kostüme machten das Ganze zu einem Augenschmaus. Sogar Kapellmeister Vladimir Yaskorski trug beim Dirigieren einen Turban. Einen Vorgeschmack auf das orientalische Flair der Oper gab es bereits im Vorprogramm: Melanie Tilch vom Steinsdorfer Tanzstudio Merhaba stimmte das Publikum im oberen Gelände mit Bauchtänzen ein. Zündende Ideen hatten zudem die Akteure einer Feuershow.

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