Der Handel schlägt Alarm: Mitarbeiter verzweifelt gesucht

Nicht nur in der Industrie und der Gastronomie fehlen Fachkräfte. Wer motiviertes Personal haben will, braucht verrückte Ideen.

4Kommentare
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  • 1
    0
    Steuerzahler
    10.08.2018

    Die in der vorangegangenen Diskussion beschriebene Verhaltensweise der Firmeninhaber ist Bestandteil der Umverteilung von unten nach oben und nicht zuletzt in Folge von Lobbyismus politisch mit allen Folgeerscheinungen so gewollt (Billiglohnland Sachsen). Eine Änderung ist erst in Sicht, wenn tatsächlich auf Grund der gezahlten Hungerlöhne keiner mehr zu finden ist, der sich dafür hergibt.

  • 3
    0
    Zeitungss
    09.08.2018

    Sehr treffende Beiträge: Lösungsvorschlag für die Betroffenen, lasst sie selber machen. Bei den Produkten ist nicht erkenntlich, dass die UNTERNEHMERSCHAFT gerade den Mindestlohn mit Abstrichen an die Leistungserbringer zahlen wollte, konnte oder wie auch immer. Bei der Preisgestaltung orientiert man sich in solchen Fällen schon einmal am HÖCHSTpreis und gejammert wird in solchen Fällen nicht. Lasst diese Leute ihren Dre.… selbst erledigen, entweder bekommen sie mit um was es geht oder eben nicht. Fördermittel beantragen wäre noch eine Möglichkeit, so abwegig ist das in diesem Land gar nicht. Also @Deluxe, so ein SUV ist da nun wirklich kein Problem, sondern nur die Lohnzahlung, was mir schon seit meiner Schulzeit bekannt ist (die war im Osten) und in der Nachfolgezeit konnte nur die Richtigkeit bestätigt werden. Der Unterricht war demnach schon damals recht realitätsnah. Als Mitglied einer verhassten und von der SPD bekämpften Spartengewerkschaft, sehe ich manche Dinge gelegentlich anders, als es in der Öffentlichkeit gewünscht wird. Wer sich heute ein Angebot für eine Leistung einholt, wird feststellen, dass die Löhne weit über Tarif liegen, bei den Leistungserbringern nur NICHT ankommen. Sichtbar wird das gelegentlich mit dem 2. SUV für die Unternehmergattin, wer Beispiele braucht, könnten geliefert werden aber es soll Leute geben, welche dieses Prinzip bestens aus eigener Erfahrung kennen.
    Lohnzahlung und der Osten, ein fast unlösbares Problem in der heutigen Zeit, zumindest für die breite Masse, wie man gelegentlich sagt.

  • 12
    1
    Deluxe
    09.08.2018

    @kruengler:
    Sie treffen den Nagel auf den Kopf.
    Solange der Mindestlohn das einzige ist, was Arbeitgeber zu bieten haben, muß über Fachkräftemangel nicht gejammert werden.

    Ich habe es für kurze Zeit selbst erlebt - in einem Spezialgeschäft für Oldtimer-Ersatzteile, wo man Mitarbeiter mit ganz speziellen Kenntnissen braucht, die heute in keiner Ausbildung mehr vermittelt werden. Mindestlohn, 6-Tage-Woche, kein Urlaubsgeld, kein Weihnachtsgeld und selbst auf mehrfache Nachfrage keine Möglichkeit, sich finanziell irgendwie weiterzuentwickeln. Perspektivlosigkeit vom feinsten. Man glaubt gar nicht, wie das auf die Dauer frustriert - weil man mit jeder Lohnabrechnung erneut darauf hingewiesen wird, daß man nur das Mindeste wert ist. Und selbst das nur, weil sie vom Staat dazu gezwungen werden. Es gibt nichts Deprimierenderes...

    Dafür stand aber spätestens aller 1,5 Jahre ein nigelnagelneuer SUV für die Geschäftsleitung vor der Tür. Und jedes Mal wurde der größer.
    Am Schluß stand dann meine Kündigung und die wurde mir sogar noch persönlich übelgenommen. Was soll man denn dazu sagen?

    Es mangelt nicht an willigen Fachkräften.
    Es mangelt lediglich an willigen Fachkräften, die zum kleinsten möglichen Lohn die größtmögliche Leistung erbringen wollen und dabei ruhig zusehen, wie sich die Chefs ihre Sessel vergolden lassen. Die Zeiten sind vorbei.

    Der eine oder andere gut verdienende Mittelständler sollte sich überlegen, ob der Gewinn, den er sich selbst als Gehalt gönnt, noch im Verhältnis zur Entlohnung seiner Mitarbeiter steht. Es gibt hier im Osten einen sehr gut entwickelten Raubtierkapitalismus im kleinen Unternehmenssegment. Die Unternehmer haben sich seit 1990 daran gewöhnt, daß sie machen können was sie wollen. Nun haben sich die Zeiten aber geändert und es stehen keine Bewerberschlangen mehr vor der Tür, die für jeden noch so miesen Job vor Dankbarkeit auf den Knien rutschen...
    Wer jetzt gute Leute einstellen und nachher auch halten will, der muß sich schon etwas mehr ins Zeug legen und den Mitarbeitern auch etwas bieten. Mindestlohn reicht dafür nicht - dafür braucht es mehr, nicht nur Finanzielles, aber vor allem natürlich das.

  • 10
    1
    kgruenler
    09.08.2018

    Und? Wo wird die andere Seite beleuchtet? Sprich die fehlenden Aushilfen?
    Aus eigener Erfahrung im unmittelbaren Verwandtenbereich kenn ich das nämlich genau anders herum. Frau mit jahrelanger Berufserfahrung bewirbt sich, hat Vorstellungsgespräch bei Fa. Forbrigger und hört nie wieder was. Keine Zusage, keine Absage, einfach nichts. Im Gespräch wurde deutlich, dass man nur bereit ist, den Mindestlohn zu zahlen und den noch mit Tricks unterlaufen wollte.
    Da sitzt das Problem wohl eher in der Personalabteilung.
    Und bei anderen Firmen ist das so ähnlich! Wer sich wundert, warum er niemand findet, sollte sich erstmal an die eigene Nase fassen und überlegen, warum, keiner zum Spaß arbeiten geht und noch Geld mitbringt.



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