Ein Jäger und Wanderer mit doppeltem Mandat

Die Hälfte der 42 gewählten Stadträte in Plauen ist in dem Gremium erstmals dabei. "Freie Presse" stellt die Neuen vor. Heute: Mirko Rust (AfD) aus der Neundorfer Vorstadt.

Plauen.

Mirko Rust hält sich viel in Wald und Flur auf. Aus beruflichen Gründen, aber auch aus Überzeugung. Künftig wird der 40-Jährige jedoch mehr Zeit als bisher in Beratungsräumen und Sitzungssälen zubringen. Er kandidierte doppelt für die AfD und holte für Plauens Stadtrat und den Kreistag des Vogtlandkreises Mandate. Seinen Dank an die Wähler verbindet Mirko Rust mit einer Einladung an die Bürger, ihre Anliegen an ihn heranzutragen. Und mit einem Appell an andere Parteien, sachlich miteinander zu arbeiten: "Ein wichtiger Schritt darf nicht verhindert werden, nur weil man in unterschiedlichen Parteien ist."

Mirko Rusts Familie hat Wurzeln in Schlesien und Preußen. Er wurde 1979 in Meißen geboren und wuchs in Coswig auf. Nach dem Abitur kam er herum: Erst studierte er in Tharandt Forstwissenschaften, dann in Wien Forst- und Holzwirtschaft und schließlich Betriebswirtschaft in Chemnitz. Aus dem Traumberuf Forstamtsleiter wurde dennoch nichts. "Leider sparten und sparen sich alle Bundesländer in den Forstverwaltungen, teils radikal, kaputt", kritisiert er. Rust landete in der Holzindustrie und ist dort, auch in leitender Position, seit 15 Jahren tätig.

Als politischer Mensch trat er in Studentenzeiten der Dresdener CDU bei, erlebte dort aber, wie er sagt, zu viel Streben nach persönlichen Vorteilen. Vor der Bundestagswahl 2017, unter dem Eindruck der Flüchtlingskrise, wandte er sich der AfD zu, der er seit knapp zwei Jahren angehört. Sein Interesse in der Kommunalpolitik soll vor allem den Themen Wald und Finanzen gehören: "Keine Kommune sollte ihren Wald an Großinvestoren verkaufen, um einmalige Einnahmen zu erzielen", sagt er. Den Stadtförstern will Rust den Rücken stärken: für Waldbewirtschaftung im Interesse aller Plauener. In der vergangenen Wahlperiode hatte das Thema auch bereits die CDU für sich entdeckt, die schließlich gemeinsam mit anderen Stadtratsfraktionen eine Begrenzung bei den kommunalen Waldverkäufen durchsetzte.

Einsetzen will sich Rust für soziale Gerechtigkeit und Tierschutz. "Es macht mich wütend, wenn Rentner nach über 40 Arbeitsjahren im Müll Pfandflaschen suchen müssen", sagt er. Seine Forderung nach Transportbeschränkungen für Schlachttiere schaffte es ins Landesprogramm der AfD Sachsen.

Mirko Rust lebt mit Frau und Sohn zwischen Polizeirevier und Seehausgebiet. Seine Hobbys: Radfahren, Wandern und Reisen. "Aufregend waren für mich Touren in Nepal, Chile, Argentinien, Kanada und Moskau." Zu seinen Zielen gehören auch Arktis und Mongolei. Und die Jagd. "Entscheidend ist immer, dass ich verantwortungsbewusst damit umgehe. Schließlich handelt es sich bei Wild um Lebewesen, deren Leid beim Schuss unbedingt so klein wie möglich gehalten werden muss."

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