Einer der wenigen Männer im ambulanten Hospiz

Gunter Hallmeyer hat als einer von zwei Vogtländern die Annen-Medaille bekommen. Der Plauener engagiert sich in der Region als Hospizhelfer.

Plauen.

Hilfe, Zuwendung und Trost für Schwerstkranke und Sterbende - das ist seit sieben Jahren die ehrenamtliche Tätigkeit des Plaueners Gunter Hallmeyer. Für seinen Einsatz wurde er in der vergangenen Woche als einer von 20 Sachsen mit der Annen-Medaille ausgezeichnet.

"Warum gerade ich, das weiß ich nicht", meint der 68-Jährige bescheiden. "Vielleicht war es darin begründet, dass ich einer der wenigen Männer im ambulanten Hospiz bin. Auch bei der Auszeichnung waren nur sechs der 20 Geehrten männlich." Manuela Schoger, stellvertretende Koordinatorin beim Malteser-Hilfsdienst Plauen, wird genauer: "Herr Hallmeyer ist sehr engagiert. Er ist da, wenn man ihn braucht. Er ist aufgeschlossen, sympathisch und bei den Klienten sehr beliebt. Deshalb hat er die Auszeichnung verdient."

30 bis 40 Frauen und Männer sind im gesamten Gebiet oberes Vogtland und Plauen unterwegs, um diese aufopferungsvolle, ehrenamtliche Aufgabe zu erfüllen. Ein bis zwei Besuche absolviert Hallmeyer pro Woche und kommt mit verschiedenen Veranstaltungen zur Weiterbildung auf rund 25 Stunden im Monat. "Wir begleiten die Patienten in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und ihrem Zuhause", erzählt er. Aber auch für die Angehörigen geben wir Trauerbegleitung und Hilfe.

"Zuerst mache ich mir ein Bild vom Betreffenden und seinem Umfeld, informiere mich über Krankheit und den aktuellen Zustand. Dann spreche ich mit ihm." Die Gespräche verliefen recht unterschiedlich. Einer berichtet, wie es ihm geht, ein anderer schweigt. Manchmal liest der Hospizhelfer etwas vor oder lässt Musik erklingen. Geht es dem Patienten gut, gehen beide spazieren oder sie fahren Auto. Alles geschieht grundsätzlich in Absprache mit den Angehörigen, der Heimleitung, dem Arzt und mit dem Einverständnis des Kranken.

Auf die Frage, wie ihm zumute ist, wenn er bei einem Sterbenden sitzt, sagte er: "Ich bin Realist und sage mir: Das Leben ist nun mal irgendwann zu Ende. Die Hauptsache ist, dass ich die letzten Tage des Menschen erträglich machen, sie ihm erleichtern und ihm noch etwas Gutes tun kann."

Gunter Hallmeyer war früher Elektromonteur und gehört der Neuapostolischen Kirche an.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...