Felix mit der Gitarre auf dem Weg nach oben

Im Dezember wird Felix Wyrobczyk aus Mühltroff in Siegen auf der Bühne stehen. Als Nominierter nimmt er an der Verleihung des 37. Deutschen Rock- und Pop-Preises 2019 teil.

Mühltroff.

Es war ein Glückstreffer, sagt Felix Wyrobczyk. Der Tag, als er in Zeulenroda in einem Tattoostudio die Gitarre zückte und seine Lieder sang. Wie schon oft in der vergangenen Zeit, ob auf Partys, in der Gartenanlage oder eben im Tattoostudio. Doch diesmal sprach ihn Kai Kögler an und sagte zu ihm: "Ich kaufe dich." Kögler, der aus der Region stammt, hat ein Managementbüro bei Stuttgart und ein Auge für Nachwuchstalente. Das war voriges Jahr im September, und seitdem hat sich für den 24-jährigen Mühltroffer einiges verändert.

Im Dezember dieses Jahr soll seine erste Single mit dem Lied "Liebe" herauskommen. Das ist längst nicht alles, denn genau mit diesem Song wurde der junge Musiker beim deutschlandweit ausgetragenen Wettbewerb für Nachwuchskünstler "Deutsche Rock & Pop Preise 2019" in den Kategorien "Bester Song des Jahres" und "Bester deutscher Text" für die Plätze 1 bis 3 nominiert. Sein Manager hatte ihn angemeldet. "Ich musste ein Demo hinschicken, damit haben sie mich direkt auf die Plätze eins bis drei gesetzt." Am 14. Dezember wird Wyrobczyk mit dem Song auf der Bühne der Siegerlandhalle stehen. Bis dahin darf er mit dem selbst geschriebenen Lied nirgendwo auftreten. Das sind die Regeln.

Wenn Felix Wyrobczyk nicht auf einer Bühne steht, ist er Weber, genauer gesagt Maschinen- und Anlagenführer im textilen Bereich. "Der Beruf hat bei mir auch immer Vorrang vor der Musik", sagt er. Mit letzterer angefangen hatte er vor 14 Jahren, fast so lange schreibt er auch selbst Texte. Wie es begann? "Meine Mutter sagte damals, ich sollte mir ein Hobby zulegen. Gitarrenspielen habe ich da gesagt." Das passte, obwohl in der Familie eigentlich keiner musikalisch ist. "Ich hatte dann zwei Jahre Gitarrenunterricht, dann sagte mir die Lehrerin: Ich kann dir nichts mehr beibringen." Also eignete er sich selbst alles an. Es folgten erste Auftritte. "Mit dem Fasching fing es an", erinnert er sich. Da verzückte er vor allem die Mädels mit seinen Soloauftritten.

Am liebsten singt und spielt er bis heute eigene Songs. Wenn Cover, dann Revolverheld oder Faber, ein Schweizer Newcomer. "Feine Sahne Fischfilet auch, aber da setzt man gleich ein Statement." Wen er noch mag, ist Rio Reiser. "Der hat es gerissen, die Texte von ihm finde ich cool und schlüssig, die Songs sind melodisch und so ein bisschen abstrakt." Und sonst? "Ich höre Musik von Rap bis Hardrock, außer Techno und Schlager." Was er von DSDS, der Fernsehshow hält? "Das wäre nichts für mich", meint Felix Wyrobczyk.

Fortan will der Mühltroffer, der in seiner Freizeit gerne mit seinem Hund Eddy in der Natur unterwegs ist, bloß noch mit eigenen Songs auf die Bühne gehen. Mit seinen Texten, die autobiografisch sind. "Ich singe von schweren, guten und lustigen Phasen meines Lebens. Vom Sinn des Lebens, vom Tod eines Freundes, meinem Bauch, der mal dick war, und einer Schwiegermutter, die mich nie leiden konnte." Das klingt dann im Song "Deine Mutter" beispielsweise so: Du musst nicht immer alles machen, was sie dir sagt. Keinen Bock mehr auf geheime Treffen hinterm Lidl-Markt. "Es geht mir auch darum, mich nicht von anderen verbiegen zu lassen, Stärke zu zeigen, friedlich zu sein. Den anderen zu respektieren und respektiert zu werden."

In nächster Zeit gibt es für den Newcomer einiges zu tun. "Ich habe viele Aufnahmetermine im Tonstudio." Nächstes Jahr soll seine erste Platte herauskommen, "Bitterböös" heißt sie, mit 13 Songs. Alle selbst geschrieben, vertont und zur Gitarre gesungen.

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