Geburtsstation in Schleiz macht dicht

Grund: Mangel an Ärzten - Plauen soll einspringen

Schleiz/Plauen.

Wegen akuten Ärztemangels schließt das Krankenhaus Schleiz seine Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. Vom kommenden Freitagnachmittag an werde die Station bis auf Weiteres stillgelegt, teilte die Aufsichtsratsvorsitzende der Klinik, die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg (CDU), am Mittwoch mit. Es könne keine ausreichende ärztliche Versorgung der Patientinnen mehr sichergestellt werden. Ob dies in Zukunft gelinge, sei ungewiss. Der letzte dort beschäftigte Facharzt habe bereits im Vorjahr gekündigt und beende seine Tätigkeit in Schleiz planmäßig zum 31. März.

Nach Medienberichten wurden bereits vereinbarte Termine auf der Schleizer Geburtenstation in dieser Woche gestrichen. Betroffene sollen dabei an das Plauener Helios Vogtland-Klinikum verwiesen worden sein. Geschäftsführung und Aufsichtsrat arbeiteten daran, für den Krankenhausstandort zumindest eine Grundversorgung einzurichten, hieß es aus dem Landratsamt. Die Einrichtung in Schleiz mit rund 200 Mitarbeitern ist eine Tochtergesellschaft des Kreiskrankenhauses Greiz, das nach defizitären Jahren derzeit an seiner Sanierung arbeitet. Für den Erhalt des Hauses in Schleiz hatten Bürger Tausende Unterschriften gesammelt. Nach der im Freistaat Thüringen eingeführten Facharztquote müssen Krankenhaus-Fachabteilungen mindestens 5,5 Arztstellen aufweisen, davon 3,5 im jeweiligen Fachgebiet. Unter dieser Vorgabe könnten vor allem kleine Kliniken nicht kostendeckend arbeiten, kritisierte Schweinsburg. Die Arztquote hatte Rot-Rot-Grün in der vergangenen Wahlperiode eingeführt, um die Qualität von Klinikbehandlungen sicherzustellen. (dpa/bju)


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