Geschichte bietet spannenden Stoff

Der Verein für vogtländische Geschichte, Volks- und Landeskunde hat sein 24. Jahresheft herausgebracht - mit einigen bemerkenswerten Beiträgen.

Plauen.

Keiner kennt sich mit der Plauener Burg Dobenau so aus wie der Chef des Vogtländischen Bergknappenvereins, Gert Müller. Kaum einer hat so viel Einblick in das ehemalige Bergwerk gehabt und niemand hat so viel Bildmaterial wie der Plauener. Die Leser der neuen Jahresschrift des Vereins für vogtländische Geschichte, Volks- und Landeskunde kommen jetzt in den Genuss des umfassenden Wissens von Gert Müller. Er gestaltete den 44Seiten langen Hauptbeitrag der Publikation, dem auch das Titelblatt und die beigefügte Bildkarte gewidmet sind.

Müller zitiert über viele Seiten den Heimatforscher Eduard Johnson, der bereits im 19. Jahrhundert ausgiebig dazu recherchiert und veröffentlicht hat. Für Außenstehende interessant sind viele Fotos aus dem Inneren der Dobenau, als die Bergsicherung die Anlage vor fünf Jahren künstlich gestützt und dann verschlossen hat. Auch Bilder der 1140 Fundstücke aus dem Schacht sind enthalten.

Nicht weniger spannend ist der Beitrag des Wissenschaftlichen Mitarbeiters im Vogtlandmuseum, Gerd Naumann. Er widmet sich der bekannten Diskussion um Korvettenkapitän Werner Hartenstein aus Plauen, der mit seinem U-Boot im Zweiten Weltkrieg die "Laconia" versenkte, dann aber Schiffbrüchige aufnahm. Dafür sei dem Kapitän "im historischen Erbe der Stadt Plauen bisher kein Platz zugewiesen worden, weil der öffentliche, außerakademische Diskurs über das Handeln ... über ermutigende Ansätze nicht hinaus gekommen ist", so der Forscher. Naumann widmet sich dem kontroversen Stoff mit vielen Fakten und großer Genauigkeit.

Sehr zufrieden zeigt sich die Vorsitzende des Geschichtsvereins, Ina Schaller, auch über die abgedruckte Rede von Rainer Maria Kett, die der ehemalige SPD-Fraktionschef des Plauener Stadtrates zum Volkstrauertag 2017 auf dem Hauptfriedhof gehalten hat: "Das hat mich richtig umgehauen", gesteht die Vereinschefin. Sie wollte Ketts Beschreibung seiner Erlebnisse nach Ende des Zweiten Weltkrieges und seine Einschätzungen zur aktuellen Situation unbedingt mit in der Jahresschrift haben. Das ist gelungen.

In der Jahresschrift behandeln außerdem Jörg Fischer das mittelalterliche Straßberg, Dagmar Hötzel die Kapelle in Raun, Roland Best den Hochmeister des Deutschen Ordens, Waltraud Schmidt die Grabstätte einer jüdischen Familie auf dem Friedhof II. Interessant erscheint auch das Tagebuch eines Kursteilnehmers der Gebietsführerschule Schneckengrün im Dritten Reich. Insgesamt sind 14 Beiträge enthalten. Das Heft kostet fünf Euro und ist im Buchhandel zu haben. Die Auflage beträgt 600 Stück.

www.vogtland-geschichte.de

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