Gewerbeflächen gut gefüllt, aber kaum Platz für neue Investoren

Etliche Unternehmen haben in Plauen investiert. Doch es hakt in Oberlosa. Und was wird aus den Plänen in Kauschwitz?

Plauen.

Die Nachfrage nach Gewerbeflächen in Plauen ist nach wie vor stark, doch sie stagniert. Wirtschaftsförderer Eckhard Sorger sagte am Montagabend im Wirtschaftsförderungsausschuss bei der Vorstellung des Gewerbeflächenreports 2018, er habe den "Eindruck, dass es etwas gebremst läuft". Als Gründe führte er weltwirtschaftliche Entwicklungen, Handelsstreit mit den USA und Brexit an. Firmen klagen aber auch über zunehmende Kosten und Bürokratie. Für Besorgnis bestehe dennoch kein Grund.

Sorger präsentierte dem Ausschuss Erfolgsgeschichten und deutete zugleich ungelöste Probleme an: So stagnieren die Erweiterungspläne in Kauschwitz. Auch am Industriestandort Oberlosa hakt es. Beides ist problematisch, weil die Stadt für Investoren nur noch fünf Flächen mit einer Größe von insgesamt 6,8 Hektar hat, für größere Industrieansiedlungen gibt's zurzeit gar nichts. Plauens kommunale Gewerbegebiete haben 1,3 Millionen Quadratmeter Gesamtfläche, das entspricht 130 Hektar. 2,3 Hektar wurden 2018 vermarktet, zwei Hektar bleiben für "ernsthafte Investoren" reserviert. 93,3 Prozent der Flächen sind belegt.

Torsten Kleditzsch

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Oberlosa: Im "Industrie- und Gewerbegebiet Plauen-Oberlosa Teil 2a" hat die Firma BAP Boysen Abgassysteme eine zweistellige Millionensumme in ihr zweites Werk investiert. Das mit 40 Leuten gestartete Unternehmen hat sich, so Sorger, "zum größten Industriebetrieb in Plauen" mit inzwischen 510 Mitarbeitern entwickelt, Tendenz steigend. Ähnlich positiv schilderte er die Lage der Rubinmühle, die weitere Pläne habe, sowie die 5,5-Millionen-Investition der Firma Velaro in die modernste Getreideaufbereitungsanlage Mitteldeutschlands samt Laboreinrichtung. Werkzeugmaschinen-Hersteller VCM habe 15 Millionen Euro in sein Werk gesteckt, will wachsen und sucht Verstärkung für die bisher 50 Mitarbeiter. Doch es gibt Probleme in Oberlosa: Ein Filetstück darf nicht für Industrie genutzt werden, sondern nur für kleinteiliges Gewerbe, hieß es. Es gehe um Lärmbelastungen. Details nannte Sorger nicht. Die geplante Erweiterung des Standortes um 31 Hektar entlang der A 72 nannte er "dringend nötig".

Kauschwitz: Für das Gewerbegebiet an der Schöpsdrehe vermeldete der Wirtschaftsförderer die Verpachtung einer knapp 900 Quadratmeter großen Fläche. Dort sind aktuell knapp zwei Hektar frei. Was jedoch die großen Pläne für ein Industriegebiet auf der anderen Seite der Bundesstraße 282 betrifft, gab sich Sorger trotz Nachfragen von CDU-Stadtrat Ingo Eckardt wortkarg. Fazit: Die Stadt konnte den regionalen Planungsverband, der demnächst tagt, noch nicht von der Notwendigkeit dieses Areals für Plauens Industrie-Pläne überzeugen.

Neuensalz: Schlauchleitungs-Spezialist Hydrauflex hat in Neuensalz/Nord den Bau von Werk III mit 4000 Quadratmeter Nutzfläche und 50 Arbeitsplätzen abgeschlossen. In Neuensalz/Süd löste ein Anbau an Werk I logistische Probleme des Unternehmens. Auch Holzhändler Wurzbacher will erweitern und lässt eine erworbene Fläche zurzeit höhenmäßig anpassen. Sonderwerkzeug24.de aus Baden-Württemberg errichtet eine Produktionsstätte. Sorger sprach von 40 Arbeitsplätzen. Federntechnik Knörzer investierte 1,2 Millionen Euro in einen Anbau und will, wie auch die Dietzsch Baumaschinenausrüstung, erweitern.

Reißig: Eine Tochtergesellschaft des Lebenshilfe-Vereins hat das Projekt einer neuen Werkstatt abgeschlossen. 24 Menschen können dort betreut werden. Aromen-Hersteller Heinrich Karow KG, Automatisierungstechnik Graf und Kunststoff-Spranger erweitern und investieren dort. Mit der Ausdehnung des Areals der Falknerei Herrmann bietet das Gewerbegebiet auch etwas nicht Alltägliches.

Stadtgebiet: Innerstädtisch gab es etliche auch größere Investitionen: Darunter sind Produzenten wie Plauen Stahl Technology, Köstner Stahlzentrum und die Vogtlandmühlen Straßberg, aber auch Dienstleister und Händler wie der Wema-Industriepark, das Autocentrum Carl und der Toom-Baumarkt.

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