In Oberlosa regiert jetzt Plauens jüngster Ortsvorsteher

Oberlosa hat seinen Ortschaftsrat fast komplett ausgetauscht. Am Mittwoch sind die neuen Vertreter für die nächsten fünf Jahre verpflichtet worden. In der Dorfmitte wird sich bald etwas tun.

Oberlosa.

Janes Trawinski (parteilos) ist neuer Ortsvorsteher von Oberlosa. Der 38-Jährige ist in der konstituierenden Sitzung des im Mai neugewählten Ortschaftsrates am Mittwochabend in dieses Ehrenamt gewählt worden. Er löst den bisherigen Ortschef Ulrich Scheufler ab, der bei der Kommunalwahl nicht mehr kandidierte.

Janes Trawinski ist Kfz-Sachverständiger und wohnt seit 2013 im Dorf. Er stammt aus Plauen. Im Ortschaftsrat engagiere er sich wegen der Verbundenheit, die er mit dem Ort empfinde, sagte er auf Nachfrage. "Meine Großeltern mütterlicherseits sind aus Oberlosa", sagte der neue Ortschef. Henryk Spitzner wurde zu seinem Stellvertreter bestimmt. Corinna Heinzmann soll sich um die Finanzen kümmern, Mathias Grünert um Kirche und Kultur, Jan Spranger um Sport und Wirtschaft. Eine derartige Aufgabenverteilung stellt eine Neuheit in den Plauener Ortschaftsräten dar.

Dass es im südlichsten Plauener Ortsteil überhaupt eine Ortsteilvertretung gibt, ist noch gar nicht so lange her. Der erste Ortschaftsrat seit der Eingemeindung 1950 war vor zehn Jahren gewählt worden. Damals gingen Heike Meier, Ulrich Scheufler, Henryk Spitzner, Uwe Englert und Mathias Grünert an den Start. Sie hatten sich zuvor in der Bürgerinitiative für einen Anschluss des Ortes an die Kanalisation eingesetzt, der dann auch zustande kam. Seit 2009 ununterbrochen dabei und jetzt wieder gewählt ist nur noch Mathias Grünert von der Kirchgemeinde. Henryk Spitzner engagiert sich nach mehrjährigen Pause wieder im Ortschaftsrat. Heike Meier und Ulrich Scheufler waren zur Wahl im Mai nicht mehr angetreten. Ihnen sowie den neuen Räten wurde am Mittwoch im Gemeindezentrum durch Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) für ihr Ehrenamt gedankt.

Erreicht haben die bisherigen Ortschaftsräte in ihrer Amtszeit einiges: Es gibt ein neues Gemeindezentrum in der ehemaligen Kegelbahn am Sportplatz, Breitbandanschluss für schnelles Internet, ein saniertes Denkmal für im Ersten Weltkrieg gefallene Soldaten, sanierte Fußwege, eine von Künstler Peter Luban gestaltete Ortseingangstafel. Die Grundschule im Ort konnte erhalten werden. Ulrich Scheufler hatte eine ganze A-4-Seite mit den erreichten Zielen gefüllt und mitgebracht.

Darüber hinaus sei einiges angekurbelt worden: Das verfallende Gebäude in der Ortsmitte, schräg gegenüber der Kirche, "kommt nächstes Jahr weg", kündigte Scheufler an. "Die Gutsbebauung im Zentrum ist störend", ging Rathauschef Ralf Oberdorfer auf ein weiteres Problem ein. Er habe sich mit dem Eigentümer getroffen, berichtete er, denn die Stadtverwaltung plane "eine Ersatzvornahme". Zu dem Zweck werde eine Duldungsanordnung ausgesprochen. Das heißt der Eigentümer muss dann dulden, dass die Bauten abgerissen werden. Wenn sie weg sind, erhofft man sich den Bau von Eigenheimen auf diesen Flächen.

Die neuen Ortschaftsräte wollen außerdem den Spielplatz an der Untermarxgrüner Straße sanieren lassen. Die Unterstützung der Dorfgemeinschaft bei der Arbeit an einer Dorfchronik steht ebenfalls auf dem Programm. Kindertagesstätte, Schulen und Vereine will man weiter unterstützen und kulturelle Veranstaltungen auf die Beine stellen.

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