Jößnitz sagt Huckelpiste den Kampf an

Seit mehr als zehn Jahren steht der Zustand der viel befahrenen Plauenschen Straße in Jößnitz in der Kritik. Nun ist der Bau für 2024 vorgesehen. Doch damit will sich im Ort niemand abfinden.

Jößnitz.

Vor 20 Jahren ist Jößnitz zusammen mit Straßberg, Kauschwitz und Neundorf nach Plauen eingemeindet worden. Seitdem hat sich einiges getan in dem staatlich anerkannten Erholungsort. Sieben Millionen Euro flossen beispielsweise in Baumaßnahmen, nannte Ortsvorsteher Michael Findeisen in der jüngsten Ortschaftsratssitzung die unter einer Liste von Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) stehende Summe. Mit dieser Übersicht von Investitionen im Ortsteil reagierte der Rathauschef auf eine vor vier Wochen angekündigte Liste der Jößnitzer mit notwendigen Erhaltungsmaßnahmen.

"Mit einer Liste auf eine Liste zu reagieren, finde ich beschämend", sagte Stadtrat Dirk Stenzel, der in Jößnitz wohnt und im Mai mit einem CDU-Mandat erstmals in die Stadtvertretung gewählt worden ist. Jeder Bewohner des Ortes wisse, was die Stadt seit 1999 für Jößnitz getan habe, und gerade für die Investitionen in Schule und Kindergarten sei er sehr dankbar. Das ändere aber nichts an nötigen Bauarbeiten an Straßen, Wegen und anderen Anlagen. Um die wichtigsten Ziele in der von Ortsvorsteher Michael Findeisenvorgelegten Liste mit acht nötigen Erhaltungsmaßnahmen möglichst schnell zu erreichen, machte er einen Vorschlag: "Wir sollten die Liste zusammenstreichen." Ortschaftsrat und Bürger sollten sich zunächst auf weniger Projekte beschränken und diese dann mit Nachdruck einfordern - mindestens die Sanierung der Plauenschen Straße, sagte er weiter. Der Bau der Fahrbahn und des Fußweges sei erst für 2024 angedacht, hatte der Ortschef zuvor wissen lassen. Beschwerden über diese stark befahrene Trasse bekommt die Stadtverwaltung seit mehr als zehn Jahren zu hören. Der Bau war auch bereits zugesagt, wurde wegen Geldmangels jedoch verschoben.

Neben Stenzel haben auch der ebenfalls im Dorf wohnende Maik Schwarz von der Linksfraktion im Stadtrat sowie Sven Gerbeth von der FDP an der Ortschaftsratssitzung teilgenommen. "Die Plauensche Straße hat oberste Priorität", meinte Gerbeth. Der Bau der Trasse solle der Planung unmittelbar folgen, also deutlich früher. Derzeit sei die Planung für 2022 vorgesehen, hatte Findeisen informiert. Dass die Linksfraktion im Stadtrat das Vorziehen der Baumaßnahme Plauensche Straße bereits 2018 beantragt hatte, jedoch keine Mehrheit dafür fand, daran erinnerte Maik Schwarz.

Jetzt soll ein Antrag im Stadtrat gestellt werden, der die Vorverlegung der Arbeiten an der Plauenschen Straße verlangt. Die Wilhelm-Külz-Straße will man dabei mit einbeziehen. Ortschaftsrat Marcel Singer hat die Stadträte zudem gebeten, eine Anfrage zu den bereits für dieses Jahr geplanten Bauvorhaben Parkplatz Bahnhof und Schlosspark zu stellen. Man wolle darüber eine genaue Auskunft. Wegen fehlender schriftlicher Fördermittelzusage sei daraus noch nichts geworden, war dem Ortsvorsteher dazu vom Rathaus mitgeteilt worden. Die Räte wollen aber genaueres wissen, und wie es jetzt damit weitergeht.

"Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass der Ortschaftsrat regelmäßig informiert wird", meinte Maik Schwarz von den Linken dazu. Dass derlei Infos nicht immer kommen, ist in den vergangenen Jahren in mehreren Ortschaftsräten immer wieder kritisiert worden. Ortschaftsräte und Bürger wünschten sich, dass die in Jößnitz wohnenden Stadträte öfter zu den Sitzungen kommen und sich um die Probleme der Bürger im Ortsteil kümmern. Das wurde von den drei anwesenden Räten in Aussicht gestellt.


Jößnitzer Dringlichkeitsliste

Die vom Ortschaftsrat erstellte Liste notwendiger Erhaltungsmaßnahmen in Jößnitz nach Dringlichkeit:

1. Fahrbahn und Gehweg Plauensche Straße; 2. Fahrbahn und Gehweg Wilhelm-Külz-Straße; 3. Reißiger Straße, 4: Schillerstraße, unterer Bereich; 5. Röttiser Straße zwischen Bahnhof und Fabrikstraße; 6. Feldstraße zwischen Warte und Röttiser Straße; 7. Schlosspark auslichten und Zulauf Parkteich in Ordnung bringen; 8. Bahnhofstraße zwischen Kauschwitzer Weg und Röttiser Straße - Oberflächenbehandlung. (pa)

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