Klimatechnik-Firma wirbt um Plauener Schüler

Plauener Oberschüler haben in den Produktionshallen der Heinsdorfer Firma Thermofin große Augen gemacht. Für das Unternehmen eine prima Gelegenheit, um zu zeigen, was der Betrieb in Autobahnnähe macht.

Plauen / Heinsdorfergrund.

Leyla Aykanat von der Dittes-Oberschule gehörte zu den Plauener Schülern, die Kai Holzmüller mit den meisten Fragen bombardiert haben. "Ich will zwar Abi machen und Anwältin werden, aber was die Produkt- designer hier machen, ist toll. Auch das Klima scheint zu passen, alle haben gegrüßt. Vielleicht entscheide ich mich ja noch um", sagte die Neuntklässlerin bei einem Rundgang am Dienstag durch die Produktionshallen des Heinsdorfer Klimatechnik-Herstellers Thermofin. Zu solch einer Einschätzung kann der Personalchef der zu Stoßzeiten mehr als 500 Mitarbeiter starken Firma nur mit dem Kopf nicken. "Wir bilden aus, um zu übernehmen. Aber das deckt den Fachkräftebedarf nicht ab."

Bei Thermofin lernen 15 Lehrlinge. Im Herbst sollen neun neue hinzukommen, sagte Holzmüller bei dem Schnupper-Termin im Rahmen der vogtlandweiten Woche der offenen Unternehmen und kam dann vom Allgemeinen zum Besonderen. Der Personalchef stellte Reichenbach mit seiner BSZ-Kältefachschule und die Firma als Teil einer von bundesweit wenigen Kältetechnik-Hochburgen vor. Fachkräfte in den Thermofin-Ausbildungsberufen Industriemechaniker, Mechatroniker für Kältetechnik, Technischer Produktdesigner und Industriekauffrau - alle arbeiten damit auch an einer Know-how und Marktkompetenz generierenden Sonderstellung der Region mit. Und das auch ab und an im Ausland. "Erst jetzt sind Mechatroniker von uns drei Wochen in den USA im Einsatz."

Der mit Vertriebsstandorten und weiteren Fertigungsstätten global agierende Produzent von kälte- und klimatechnischen Anlagen hat sich mit dem Komplettbau von Wärmeübertragern seit der Gründung vor 17 Jahren eine beachtliche Position auf dem Kälte- und Klimamarkt erarbeitet. Grund dafür, auch das erfuhren die Schüler, ist die werkeigene Komplettfertigung von maßgeschneiderten Anlagen: Von der CNC-gesteuerten Bearbeitung von Blechen und Rohren, vom Blockbau und der Elektroinstallation sowie von der Gütekontrolle machten sich die Schüler in den riesigen Hallen selbst ein Bild.

"Hier kommt nichts von der Stange, wir bauen nach Kundenwunsch fast alles selbst", erklärte der Personalchef und nannte eine Zahl: Von den 10.000 jährlich bei Thermofin produzierten Geräten ist nur ein Bruchteil baugleich. Um das am elektronischen Reißbrett stemmen zu können, ist die Abteilung der Produktdesigner - da hörte Leyla Aykanat genau zu - mit 25 Mitarbeitern besser ausgestattet, als das bei einer in Großserie produzierenden Firma der Fall wäre.

Und: "Ganz wichtig ist, dass sich Schüler mit dem vertraut machen, was sie möglicherweise ein Leben lang beschäftigt. Das hilft, eine gute Entscheidung zu treffen. Denn arbeiten soll ja auch Spaß machen."

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