Mehr als alte Schwarten im neuen Depot

Für antike Möbel, betagte Ölgemälde, alte Münzen und ähnliche Gegenstände bricht eine neue Ära an. Sie beginnt mit besseren Lagerbedingungen.

Plauen.

Karl May, der geistige Vater von Winnetou und Old Shatterhand, hat dort von 1860 bis 1861 die Schulbank gedrückt. Jetzt soll im Gebäude gegenüber dem früheren Vogtländischen Lehrerseminar und gegenüber dem Sportplatz an der Seminarstraße das Depot des Vogtlandmuseums eine Heimat finden. Genau genommen werden es sogar zwei Gebäude sein, die antiken Möbeln, betagten Ölgemälden, alten Münzen und ähnliche Gegenstände mit Lokalkolorit wesentlich bessere Lagerbedingen bieten als bisher. Das liegt an der "ordentlichen Bausubstanz", sagt Museumsdirektor Martin Salesch.

Es handelt sich um die Häuser B (Bezug bis Ende des Jahres) und C (Nutzung ab 2021/22) direkt neben der noch im Umbau befindlichen zukünftigen Dittes-Grundschule. Bisher waren in den Räumen Werkstätten des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) e.o.plauen untergebracht. Auch weiterhin soll junges Blut in den Räumen pulsieren, und zwar im Untergeschoss. Dort soll ein Teil des benachbarten Schulhortes unterkommen.

Die Depotsituation seines Hauses sei bislang desolat gewesen, macht Salesch keinen Hehl aus den ungenügenden Zuständen. Unter anderem weil die Magazinflächen auf verschiedene Gebäude innerhalb der Stadt Plauen verteilt waren, existiere keine Infrastruktur für die Pflege und wissenschaftliche Bearbeitung der zahlreichen Sammlungsobjekte. Das Vogtlandmuseum an der Plauener Nobelstraße ist schließlich die größte museale Einrichtung in der Region. Deshalb hatte der Stadtrat bereits im vergangenen Sommer beschlossen, geeignete Räume zur Verfügung zu stellen.

Und diese werden derzeit eingeräumt, Regale und Schränke füllen sich langsam. Bis Jahresende sollen die Objekte der Magazine im Neuen Rathaus, im Oberen Graben (ehemaliges Brandschutzamt) und aus der Nobelstraße in die Seminarstraße umgelagert werden. Zudem wird die städtische Sammlung des Spitzenmuseums aus dem Alten Rathaus dorthin überführt, um sie für die spätere Präsentation im Weisbachschen Haus bearbeiten zu können. Die in der Herbartschule zwischengelagerte Fachbibliothek des Museums wurde bereits in die Nobelstraße und die Seminarstraße überführt.

Für die Einrichtung des Depots mit geeigneten Lagermöglichkeiten und für Arbeitsplätze habe die Stadt Plauen in diesem Jahr 140.000 Euro vorgesehen, so Salesch - darin inbegriffen: ein noch zu errichtender Lastenfahrstuhl, der nicht nur den Transport der Depot-Gegenstände ermöglicht, sondern auch barrierefreien Zugang. Zum Beispiel direkt in ein Mehrzweckzimmer. Dort hatten bereits Proben für das Theaterstück "Heimatfront" stattgefunden.

Nutzen kann man auch das breite Treppenhaus mit den wunderschönen Bleiglasfenstern. Schülerinnen hatten diese im Jahr 1949 gestiftet, ist an den Scheiben zu lesen.

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