Neues Retro-Juwel für Handwerkerhöfe

Nach der Verwandlung eines früheren Stalls in eine Küche aus Omas Zeiten steht ab Herbst in der Elsteraue eine weitere Herausforderung an. Zwei Plauener Azubis schwingen dafür die Walze.

Plauen.

Gegen Jahresende soll das zweite Stockwerk im Turmhaus an den Handwerkerhöfen in der Plauener Elsteraue nicht mehr wiederzuerkennen sein. Heute pellt die Leimfarbe von den Wänden und staubt es von der Decke. Doch Richard Jakob, Lehrling bei der Firma Maler Plauen, wird gemeinsam mit Auszubildender Laura Zeiske einen Mix aus behutsamer Restaurierung und Angleichung hinlegen. Das Ziel: ein historisches Walzmuster an den Wänden an mehreren Stellen reinigen, festigen und erhalten. "Das wird wie ein Fenster in eine vergangene Epoche sein", erklärte Dagmar Groß von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt.

Jakob kennt sich mit so etwas aus. Der 19-Jährige hat im Vorjahr bereits stundenlang Original-Ornamente nachgemalt, damit aus dem ehemaligen Pferdestall der Häuserzeile eine romantische Küche wird. Der Unikat-Verein, der die benachbarten Weberhäuser betreibt, baut die Häuschen in sogenannte Handwerkerhöfe um. Als Dagmar Groß diese Küche sah, machte es bei ihr Klick: "Das könnte etwas sein für das Schülerprogramm Pegasus - Schulen adoptieren Denkmale", erläuterte sie. So könne man beim Ausbau der Handwerkerhäuschen etwas beisteuern. Also habe sie Kontakt zu Andreas Stephan, Geschäftsführer der Maler Plauen, aufgenommen. Das Berufliche Schulzentrum für Bau- und Oberflächentechnik des Landkreises Zwickau, das Azubi Jakob besucht, sei der theoretische Partner beim Projekt Walzmuster - das Plauener Unternehmen der praktische Part.


"Die Lehrlinge sollen sich mit einem Denkmal beschäftigen, dazu recherchieren und vorschlagen, wie man es aufarbeiten kann", erklärt Stephan. Vom sächsischen Staatsministerium für Kunst und Wissenschaft gab es für das Projekt eine Prämie von 500 Euro. Die reichen aber nicht aus. Maler Plauen sponsere daher die Arbeitsleistung im Wert von etwa 15.000 Euro, so Stephan. "Alles, was alt ist und die Stadt geprägt hat, interessiert mich", sagte er. Denn das gehöre zur Identität von Plauen und solle nicht vergessen werden.

Im Herbst wollen Jakob und seine Mitstreiterin loswalzen. "Ich habe schon mal privat mit so einer Walze gearbeitet", erklärte Jakob, der sich auf die neue Herausforderung freut. Benutzen werden die beiden Walzen aus DDR-Zeiten, die ihr Chef aufbewahrt hat. Etwa zwei Monate wird ihr Einsatz dauern.

Wie Kerstin Rüffer vom Unikat-Verein erklärte, sollen auch die Fenster in den beiden Räumen aufgearbeitet werden. Das Turmhaus selbst, das noch so gut wie unsaniert ist, könnte bis 2021 fertig werden, schätzt sie vorsichtig. Dann soll dort eine Druckwerkstatt einziehen. In die Räume mit dem historischen Walzmuster kommen eine kleine Druckerei und eine Buchbinderei.

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