Noch mehr als 700 Stellen für Azubis frei

Weniger junge Menschen suchen nach einem Ausbildungsplatz. Ihre Chancen sind gut - Angebot und Nachfrage passen aber nicht immer.

Plauen.

Erneut fehlen im Vogtland junge Menschen, um alle freien Ausbildungsplätze bis zum Start im September zu besetzen. Tatsächlich sind noch 740 Stellen frei, wie die Plauener Arbeitsagentur auf Nachfrage angibt. Die Chancen für 375 Jugendliche, die aktuell noch auf der Suche sind, stehen damit gut.

Die meisten freien Plätze gibt es im Handel, als Maschinen- und Anlagenführer, aber auch für angehende Köche. Während sich der Spitzenplatz noch mit den von den Schulabgängern geäußerten Berufswünschen deckt, ist eine Ausbildung in der Gastronomie weniger beliebt (siehe Grafik). Auch Handwerker klagen, das ihnen junge Leute fehlen, die eine Ausbildung angehen wollen. Die "Freie Presse" startet jetzt eine neue Serie, die zeigt, welche Chancen sich mit Ausbildungsberufen im Vogtland eröffnen. In dieser Ausgabe stellt ein junger Koch seinen Traumberuf vor.


Dieses Jahr tummeln sich 1111 Anwärter auf dem Ausbildungsmarkt. Es ist ein Minus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Einerseits ist das der demografischen Entwicklung geschuldet. Viele Jugendliche verlassen die Region aber auch, um ein Studium aufzunehmen.

Die IHK Plauen wirbt mit der "Bleib hier"-Kampagne für eine Ausbildung im Vogtland. "Wir werden in den nächsten zehn Jahren eine eklatante Lücke bei der Gruppe im karriereorientierten Alter spüren", sagt Geschäftsführer Danny Szendrei. Der steigende Bedarf nach Fachkräften, den die Unternehmen melden, sei "besorgniserregend". Die Interessensvertretung der regionalen Wirtschaft drängt auf eine professionelle und noch früher ansetzende Berufsorientierung für den Nachwuchs, insbesondere mit dem Schwerpunkt auf technische Berufe.

Belastbarkeit, Höflichkeit, Teamfähigkeit, Lernbereitschaft, Pünktlichkeit und Fleiß sind bei Arbeitgebern gefragt, sagen Berufsberater. Über die Arbeitsagentur laufen diverse Beratungsangebote. Ziel ist es, Trends und Zukunftschancen auf dem Arbeitsmarkt mit den Wünschen und Vorstellungen der Bewerber unter einen Hut zu bringen. "Es ist nicht immer leicht, die richtige Entscheidung zu treffen", sagt Arbeitsagenturchefin Helga Lutz.

"Freie Presse" startet eine neue Serie zu Berufen, die man im Vogtland erlernen kann. Junge Gesellen berichten, welche Chancen und Herausforderungen die Berufe mit sich bringen. Lesen Sie weiter auf Seite 11.


Kommentar: Zukunftim Vogtland

Die IHK Plauen will mehr tun in Sachen Berufsberatung. Denn viele Absolventen und Absolventinnen kehren dem Vogtland den Rücken zu und hinterlassen leere Ausbildungsplätze. Frühere Beratungsangebote sollen dem Verlust des Nachwuchses ein Ende setzten und die Küken in der Heimat halten. Es bleibt offen, ob derartige Angebote in den vogtländischen Schulen Früchte tragen. Nicht dem Angler muss der Köder schmecken, sondern den Fischen. Um in Zukunft neue und junge Gesichter in hiesigen Unternehmen begrüßen zu können, sollte Jugendlichen ihr Freiraum für eigene Ideen gelassen werden. Was es braucht, ist mehr Vertrauen. Oftmals erkennt man erst aus der Ferne, was gut ist.

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