Pilger streift Vogtland auf Weg zum Weltrekord

Maik John ist seit sechs Jahren auf Pilgerreise - 36.000 Kilometer gelaufen

Plauen.

Das Wichtigste an seinem Gepäck ist das Zelt. Ohne seine Not-Behausung würde Pilger Maik John (54) aus Kassel nicht losziehen. Der Bäcker will mit seinen Füßen, die ihn am Montag zum ersten Mal durchs Vogtland getragen haben, Spuren hinterlassen: im "Guinness World Records"-Buch, wie er sagt.

Gut 30 Kilo Gepäck begleiten ihn auf seiner Tour von Kassel über Bayern zum österreichischen Kloster Stift Melk und zurück. "Das ist die letzte Tour, die ich für den Weltrekord gebraucht habe", sagt der 54-Jährige. Nun ist er nach einer Stippvisite in Plauen auf dem Rückweg zu seiner Bäckerei. Gesehen hat John, ausgerüstet mit Pilgerstab, Rucksack, Regencape und Kirchenmusik auf einem Speicherstick samt Lautsprecherbox, schon einiges: wie Santiago de Compostela, Italien, Finnland, Norwegen, Frankreich. Über 400 Hefte voller Pilgerstempel habe er gesammelt, so der 54-Jährige.


Angefangen hat alles vor sechs Jahren in einer Bibelstunde, in der es ums Pilgern ging. Danach packte John sein Bündel und zog los. "Ich wollte zeigen, dass ich das kann", sagt er. Warum ihn das Pilgern bis heute nicht loslässt? "Abschalten und Ruhe", gibt John zur Antwort. Gelassenheit helfe, wenn ihm unterwegs kuriose Dinge passieren: So hätten ihm mal zwei Waschbären das Frühstück gemopst, als er im Wald zeltete.

Im Vogtland hat er gute Erfahrungen gemacht, verrät er: Die Leute seien nett, manche hätten ihn zum Kaffee eingeladen. Einziges Manko: Es gebe im sächsischen Teil des Vogtlandes keine Pilgerherberge, bedauert John: "Die nächste Herberge ist in Schleiz." So ganz stimmt das nicht: Zum Beispiel betreiben Ines und Andreas Bögel in Schneidenbach die "Herberge im Göltzschtal", in der auch Pilger willkommen sind. "Unterkünfte für Pilger sind im Vogtland aber dünn gesät", so Andreas Bögel. Falls die nächste Unterkunft für eine Tagesetappe zu weit weg ist und kein Busgeld in Form von Spenden zusammenkommt, hat John eine Lösung parat: "Dann zelte ich", sagt er. "Als Pilger darf man das Zelt überall aufbauen." (em)

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