Pläne für neue Tourist-Info: Vorhaben droht Stopp

Fremdenverkehrsamt, Wende-Gedenkstätte und öffentliches WC sollen unter ein Dach. Stadträte sehen das jedoch anders.

Plauen.

Für drei Probleme in der Plauener Innenstadt soll eine Lösung her. Problem eins: Es mangelt an zentralen öffentlichen Toiletten. Problem zwei: Räume, in denen dauerhaft an die Friedliche Revolution erinnert wird, existieren bisher nicht. Problem drei: Die Tourist-Information im Rathaus ist zu versteckt. Um die drei Probleme mit einem Schlag zu lösen, hat die Stadtverwaltung einen Plan vorgelegt: WC-Anlage, Fremdenverkehrsamt und die Wende-Gedenkstätte sollen unter ein Dach kommen.

Dafür soll, geht es nach Baubürgermeister Levente Sárközy (parteilos) und Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP), ein Neubau an der Melanchthonstraße her. Bis zu 1,9 Millionen Euro würde das kosten. Viel zu viel, sagen Plauens Bürgervertreter und sind sich fraktionsübergreifend ungewohnt einig - zumal es noch andere Optionen gibt.

Im Kulturausschuss hatte die CDU-Stadtratsfraktion am Donnerstagabend Erfolg mit ihrem Antrag, die Planungen für das Neubau-Projekt erst einmal komplett zu stoppen. Auch, um Kosten und Personal zu sparen. Die Forderung wurde bei einer Stimmenthaltung von den Ausschussmitgliedern angenommen, das letzte Wort hat jedoch der Stadtrat. Er finde es dramatisch, wenn alles miteinander vermischt wird, sagte Jörg Schmidt, Chef der CDU-Fraktion. Er verlange eine Neuprüfung des Sachverhalts. Auch Petra Rank von den Linken und Eric Holtschke (SPD/Grüne/Initiative) wollen getrennte Objekte.

Den Wunsch der Verwaltung, neu zu bauen, können viele nicht nachvollziehen - sie machen Alternativvorschläge. Sie könne sie sich vorstellen, den Eingang der derzeitigen Tourist-Info im Rathaus neu zu gestalten, sagte Renate Wünsche, sachkundige Einwohnerin. "Es gibt natürlich Möglichkeiten, die Sichtbarkeit zu verbessern", pflichtete Kathleen Dentler von der Tourist-Information bei. Aber der Denkmalschutz müsse beachtet werden, mahnte Bürgermeister Steffen Zenner (CDU). Dafür, die Wende-Gedenkstätte in Zusammenarbeit mit dem Verein Vogtland '89 im ehemaligen Brandschutzamt am Oberen Graben zu etablieren, sprach sich unter anderem Klaus Gerber, sachkundiger Einwohner, aus. Vereinschef Manfred Sörgel machte sich als Gast im Ausschuss eifrig Notizen. Am Montag befasst sich als nächstes der Wirtschaftsförderungsausschuss mit dem Thema.

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