Plattensammler serviert Spiegelei auf Vinyl

"Vinylcollagen und das Spiegelei" nennt sich die aktuelle Ausstellung in der Galerie Forum K an der Bahnhofstraße. Die experimentellen Kompositionen stammen vom Plauener Heinz Tonndorf.

Plauen.

Als Heinz Tonndorf dem Ziphonia-Plattenspieler aus den 1960-er Jahren per Knopfdruck Leben einhaucht, rauscht und knistert es. Zu hören sind Ausschnitte eines mit Weisheiten gespickter Vortrages des deutschen Humoristen Guido Thielscher. Mit diesem Hörerlebnis in mono stimmte der Plauener seine Gäste in der Galerie Forum K auf seine Ausstellung "Vinylcollagen und das Spiegelei" ein.

Beim Rundgang entdeckten die Besucher ein außergewöhnliches Menü. Im Hauptgang werden Schallplatten mit Spiegelei serviert. Praktischerweise ist das Besteck gleich mit eingearbeitet. Der gelernte Konditor versteht sein Handwerk. In einer der gerahmten Collagen sind deutliche Spuren von einem Teigschaber, sozusagen als Basis-Grundierung für die eigentliche Komposition, zu erkennen. Für den leidenschaftlichen Schallplattensammler entwickelt sich Kunst aus der Kreativität. "Alles andere ist Handwerk."


In seinen Collagen experimentiert der ehemalige Berufsschullehrer beispielsweise mit Plauener Spitze, Münzen, amputierten Tonabnehmern, verformten Vinyl-Scheiben und abgeschraubten Leiterplatten. Sogar sein alter DDR-Personalausweis fand Verwendung. Tonndorf hatte an diesem Abend stets ein Augenzwinkern parat. "Das ganze Leben ist eine Eierei und manchmal ganz schön gaga."

Zwischen den Collagen hängen aber auch Bilder an den Wänden. Plauener Stadtansichten gepaart mit dem "Summer of Love" und experimentelle Verfremdungen. Das Rüstzeug für dieses Hobby holte sich der Rentner unter anderem im Arbeitszirkel vom Plauener Maler Hans Hegner. Viele seiner Wegbegleiter wissen, dass Tonndorf früher die Schaufenster des bekannten Plattenladens "Melodie" gestaltet hat. Von Schallplatten aller Art ist er bis heute fasziniert. Am Samstag, 13. Mai, lädt er an selber Stelle um 19.30 Uhr zu einem Vortrag rund um die Schellackplatte mit musikalischen Hörerlebnissen ein. Wer weiß schon noch, dass diese Tonträger als Vorläufer der Vinylplatte aus Läusesaft, Grafit, Ruß, Gesteinsmehl und Soff-Fasern hergestellt wurden?

Die Ausstellung in der Galerie Forum K kann noch bis zum 14. Mai besucht werden. Geöffnet ist von Mittwoch bis Sonntag zwischen 13 und 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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