Ruhestand mit 78 Jahren: Pfarrer Bahmann hört auf

Schon vor zehn Jahren hätte der Plauener den Dienst in der katholischen Herz-Jesu-Gemeinde quittieren können. Doch es gab noch einiges zu tun. Nun gibt es einen Nachfolger.

Plauen.

Auch wenn er aufhört - Heinz-Claus Bahmann bleibt Plauen und dem Vogtland erhalten. "Ich habe zwei persönliche Wünsche geäußert, als ich mit dem Bischof über meinen Ruhestand gesprochen habe", erklärt der 78-Jährige. "Ich wollte nicht, dass die Pfarrei vakant wird", lässt er wissen. Mit dem 45-jährigen Pfarrer Marcus Hoffmann steht bereits ein Nachfolger fest, der auch schon seit Juli in der Pfarrei tätig ist. Zweiter Wunsch: Heinz-Claus Bahmann wollte entgegen der Regel nach seinem Renteneintritt in dem Ort bleiben, in dem er bisher gearbeitet hat - also in Plauen. Auch das wurde ihm zugesagt.

Aber warum sollte das eigentlich ein Problem sein? Der ehemalige Chef könnte dem Neuen immerzu reinreden. Das ist die Befürchtung dabei. Aber das hat der Plauener nicht vor, auch wenn ihm die Herz-Jesu-Kirche und deren Mitglieder in einem Vierteljahrhundert ans Herz gewachsen sind. Mit dem Gotteshaus verbindet ihn einiges.

Wenn man sich den Zustand der Kirche und deren Umfeld an der Gustav-Adolf-Straße im Jahr 1994 in Erinnerung ruft, dann kann man beim jetzigen Anblick nur staunen. Der Bau zeigt sich seit der Sanierung vor elf Jahren und der Weihe des benachbarten Gemeindezentrums an der Thomas-Mann-Straße von der allerbesten Seite. Der dort einst stehende Altbau, das zu DDR-Zeiten als Berufsschule genutzte Gebäude, ist längst abgerissen. Beide Projekte sind mit dem Namen Heinz-Claus Bahmann verbunden, der sich jahrelang dafür eingesetzt und nicht lockergelassen hat.

"Als ich hier angefangen habe, sind hier noch die Dachziegel runtergefallen und der Klöppel fiel aus der Glocke", erinnert sich der Geistliche. Der Bau befand sich in einem desolaten Zustand. Mit einem Kostenaufwand von 1,7 Millionen Euro für die Sanierung ist das 2008 verbessert worden. In dem Jahr ist auch das Gemeindezentrum eingeweiht worden.

Diesen Bauarbeiten und weiteren Projekten in den vergangenen Jahren schreibt er es unter anderem zu, dass er bis über den 78. Geburtstag hinaus seinen Dienst an der Gemeinde verrichtet hat. "Da lässt man nicht einfach alles liegen", sagt der Pfarrer. Mit 68 Jahren hätte er den Bischof bereits um die Entlassung in den Ruhestand bitten können. Jetzt sind nochmal zehn Sommer und zehn Winter ins Land gegangen und jetzt sieht er den richtigen Zeitpunkt gekommen. Was er jetzt machen will?

"Ich habe noch nie in meinem Leben Langeweile gehabt", stellt Heinz-Claus Bahmann klar. Er lasse alles auf sich zukommen. "Autofahren ist für mich die größte Leidenschaft", ergänzt er noch. Und eine weitere Leidenschaft deutet er an: "Ich bewundere diese Leute vom Verein Vogtländischer Carnevalisten - die betreiben den Spaß mit viel Ernst."

Am 15. November wird Heinz-Claus Bahmann mit einem Dankgottesdienst, 18 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche, offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Bereits zwei Tage später folgt ein weiterer wichtiger Termin für die Kirchgemeinde. Dann findet im Gotteshaus die Pfarrneugründung mit Bischof Heinrich Timmerevers statt. Zur Pfarrei Plauen mit den bisherigen Gemeinden Oelsnitz, Weischlitz und Mühltroff kommen Adorf, Bad Elster und Markneukirchen noch dazu. Die Zahl der Katholiken wächst von 2400 auf etwa 3000. Zuständig ist dann Pfarrer Marcus Hoffmann.

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