Salate von Schröter kommen ab jetzt aus Reichenbacher Fabrik

Die Traditionsfirma hat ihren Standort in Plauen aufgegeben. Doch das Geschäft läuft weiter - an einem anderen Ort.

Plauen/Reichenbach.

Wer bisher auf die Feinkostprodukte der Firma Schröter geschworen hat, kann sich freuen. Denn die derzeitige Lücke in den Supermarkt-Regalen soll ab 11. März geschlossen werden. Die verschiedenen Salatvarianten und die Mayonnaise von Schröter kommen künftig allerdings nicht mehr aus Plauen, sondern aus Reichenbach. "Doch sie werden so wie immer schmecken und auch genauso aussehen", verspricht Ralf Schaller. Er ist Inhaber und Geschäftsführer der Reichenbacher Wurstfabrik Walter Schaller, welche die Marke Schröter und alle Rezepturen zum 1. Februar übernommen hat. "Diesen Schritt sind wir zusammen gegangen, damit der Name Schröter in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bestehen kann", sagt Schaller. Ihm zufolge sei die Zukunft der Schröter-Salate gesichert.

Eier- und Geflügelsalat, Fleischsalat mit und ohne Gurke: Die Kühltheken-Produkte gab's in diesen und noch mehr Sorten, die bei Stammkunden beliebt waren. Zuletzt jedoch waren die Becher so gut wie ausverkauft, nur wenige Rest-Exemplare standen noch in vogtländischen Supermarktregalen.

Auch Uwe Trillitzsch wunderte sich, als er kürzlich gewohnheitsmäßig zu seinem Fleischsalatbecher greifen wollte, aber keine Ware mehr vorfand. "Ich finde es immer gut, lokale Produzenten zu unterstützen", sagt der Neundorfer Ortsvorsteher. Trillitzsch freut sich, dass das Produkt erhalten bleibt. Die Firma Schröter habe immerhin die Wendezeit überlebt.

Und nicht nur diese: Die drei vogtländischen Traditionsfirmen Schaller, Schröter und Schmidt (im Reißiger Gewerbering) seien zu DDR-Zeiten die einzigen privaten Fleischsalat-Betriebe in der Republik gewesen. "Ich selber saß zwei Jahre lang neben Ralf Schmidt während unserer Lehrzeit in Zwickau zusammen", erinnert sich Schaller. Sein Vater Walter hatte einst mit Dietmar Schröter gemeinsam die Berufsschulbank gedrückt. Von 1951 bis 1954 war das. Konkurrenzgedanken hege er keine, versichert der Fleischermeister.

Auch mit der Firma Schröter, die in der Beethovenstraße 10, mitten im Wohngebiet in Preißelpöhl, produzierte, habe sein Betrieb schon länger zusammengearbeitet, so Schaller. Als der Plauener Feinkost-Spezialist Ende 2016 ein Tochterunternehmen der Roland Zaumseil GmbH in Kobitzschwalde wurde, stand man weiter in Kontakt. "Ich hätte es schade gefunden, wenn jetzt Schluss gewesen wäre", begründet Schaller, weshalb er sich die Schröterschen Namensrechte hat übertragen lassen. Mit Holger Schröter und dessen Ehefrau Ina kann der Reichenbacher Wurstfabrikant nun auf zwei zuverlässige neue Mitarbeiter zählen. Das kurzzeitige Herstellungs-Aus, begründet durch den Umzug der Maschinen nach Reichenbach, ist ab Montag passé. Dann geht es sprichwörtlich wieder um die Wurst. Holger Schröter wird Eigelb mit Öl, viel Liebe und einer "Kleinigkeit" mixen. So nennt er die geheime Zutat, die dann wohl doch den typisch Schröterschen Geschmack ausmacht.

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