Schnelles Internet für alle: Es hakt im Vogtland noch am Masterplan

Eine fundierte Grundlage für den Glasfaserausbau will Landrat Rolf Keil haben. Doch die Arbeit daran dauert bereits jetzt doppelt so lang an wie ursprünglich prognostiziert. Immerhin: Das Landratsamt nennt einen neuen Termin.

Plauen.

Der vom Landratsamt in Auftrag gegebene Masterplan zur vollständigen Versorgung des Vogtlandkreises mit schnellen Internetanschlüssen lässt noch auf sich warten. Das hat die Kreisverwaltung auf Nachfrage der "Freien Presse" eingeräumt.

Der Auftrag war im November 2018 an eine Ingenieurgesellschaft vergeben worden. Damals hieß es, dass das Konzept zum Verlegen der Glasfaserkabel in etwa einem halben Jahr vorliegen solle. Jetzt, ein Jahr nach der Auftragsvergabe, teilt die Kreisverwaltung mit, dass der Masterplan noch "in Erarbeitung" sei. Er soll im März den Kommunen vorgestellt werden. Zu Gründen der Verzögerung heißt es: "Der eigentlichen Masterplanung ging eine detaillierte Erfassung der Glasfaser-Bedarfspunkte sowie Abstimmung künftiger POP-Standorte (Knotenpunkte) mit den Kommunen voraus. Diese konnte erst im August abgeschlossen werden, so dass erst im Anschluss die konkrete Umsetzungsplanung beginnen konnte."

Der Masterplan soll erstmals Auskunft geben, wie es möglich wird, Breitband-Versorgungslücken in der Region zu schließen, prioritär alle Schulen und Gewerbegebiete mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen und das zum Teil vorhandene Netz weiter zu verknüpfen. Trassenverläufe sollen dabei straßenzugweise und straßenseitengenau dargestellt werden, damit Kommunen beim Straßenbau bereits jetzt in der Lage sind, Leerrohre richtig zu positionieren, hieß es bei Vergabe des Auftrags.

Das ist ein durchaus lohnendes Ziel, denn der bisherige Ausbau erfolgt eher nach dem Prinzip Flickenteppich: Wer gestern über einen passabel schnellen Internetanschluss verfügte, kann aufgrund der bisherigen Förderpraxis schon morgen das Nachsehen haben, da die Politik stets neue "privilegierte Ausbaugebiete" definiert und fördert. Galten Datengeschwindigkeiten von 30 MBit beim Netzausbau vor Jahren als Nonplusultra, gehören damals erschlossene Gebiete in absehbarer Zeit zu den schlechter versorgten: Die derzeit laufende Ausbaustufe bringt Haushalten und Gewerbegebieten mit bisher unter 30 MBit Glasfaserkabel direkt ans Gebäude und macht bis 50 MBit pro Sekunde möglich.

Unbeantwortet lässt das Landratsamt die Frage, welche finanziellen Folgen die Verzögerung für den Landkreis hat. Der Auftrag für den Masterplan war für rund 220.000 Euro vergeben worden. Abschätzen sollte er auch den finanziellen Bedarf für die vollständige Glasfaser- Erschließung im Vogtlandkreis. Die enorm gestiegenen Kosten für den Kabeltiefbau hatten in diesem Jahr in Fördergebieten der Stadt Plauen für Verzögerungen beim Glasfaserausbau gesorgt und die durch die Stadtwerke geplanten Arbeiten fast zum Scheitern gebracht.

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