Starkes Bier und starke Sprüche

Der Höhepunkt kommt immer zum Schluss. Das ist beim Trogisten Vaschings Fergnügen (TVF) nicht anders. Der Verein hatte bei seinem Starkbierfest am Samstag aber noch mehr zu bieten.

Plauen.

Im November feiern die Karnevalisten vom TVF das 70-jährige Bestehen ihres Vereins. Zu diesem Anlass werden sie von sich sagen können, viele abwechslungsreiche Programme auf die Beine gestellt und eine Institution im Vogtland in ihren Reihen zu haben, so Moderator Karsten Hellgoth beim Starkbierfest des Vereins am Samstag in der Festhalle.

Mit der Institution war natürlich kein geringerer als "der Rathaus-Elektriker" Lutz Reinhardt gemeint. Keiner zieht die Politprominenz der Region so schön durch den Kakao wie der Vorsitzende der Faschingstruppe. Das Publikum amüsiert sich immer wieder prächtig über seine Scherze. Das war auch am Samstag nicht anders.

Nach dem Fassbieranstich durch Ruth Müller-Landauer in der Rolle der Neideiteln und den TVF-Chef strömte das Starkbier zunächst in die Gläser und dann in die Kehlen der schätzungsweise 900 Besucher. Die Sternquellbrauerei hatte zwei Fässer mit je 400 Liter zur Verfügung gestellt, dazu Getränke für eine Verlosung unter dem Publikum. Als Hauptpreis gab es zwölf Kästen Bier. Vor allem aber gab es viel zu sehen und zu hören.

"Für den Fall des Falles: Der Franke säuft alles", witzelte Steffen Reinhardt als Chef der Althaselbrunner Feuerwehrkappelle beim Auftritt der komischen Truppe - zur Freude der Gäste aus Hof. Nach Plauen war das Männerballett des dortigen Karnevalsvereins Narrhalla gekommen. Die strammen Herren von der TFV-Feuerwehr sorgten für Stimmung mit ihrem Vorschlag, den neuen Schlosshang als Skipiste einzurichten. Falls Landrat Rolf Keil die Abfahrt nicht steil genug sei, "dann soll er auf seinen Keilberg geh'", spottete Reinhardt junior. Er präsentierte auch noch das neue "Sternquell-Wutbürgerbräu" in Anspielung auf Wutbürger im Lande.

Hinter Kartons, die größer waren als sie selbst, bewegten sich die Mädchen vom Kinderballett am Anfang ihrer Nummer. "Es rappelt im Karton" wurde dazu gesungen. Flott kamen die jungen Damen vom Müller-Landauer-Ballett "Vergissmeinnicht" in ihrem Popocatépetl-Twist daher. Die Tänzerinnen dankten im Anschluss ihrer Leiterin Ruth Müller-Landauer mit einem Blumenstrauß. Die Plauenerin, die im Mai 88 Jahre wird, tanzte ein kurzes Stück Twist mit.

Politprominenz war diesmal nicht so zahlreich wie sonst vertreten. Bürgermeister Steffen Zenner (CDU) verfolgte das Programm. Der umjubelte Auftritt des Rathaus-Elektrikers folgte wie immer am Schluss.


Der Rathaus-Elektriker plaudert aus dem Nähkästchen

"Ich komme von der 486. Sitzung im Rathaus über die Besprechung der Neugestaltung der Rathausfassade."

"Der Levante ist der einzige, der eine Milchmädchenrechnung aufmacht - ohne Milch und ohne Mädchen."

(Mit Levante ist Baubürgermeister Levente Sárközy gemeint)

"Der Oberbürgermeister hat zur letzten Neujahrsansprache gesagt: Wir müssen jetzt mal Köpfe mit Nägeln machen, und die Kuh muss vom Eis. Da ist die Magwas hochgegangen. Da hat er gesagt: Dich hab ich gar nicht gemeint."

"Der Oberbürgermeister fragt mich immer: Was ist dir denn jetzt eigentlich lieber: Ein Bürgermeister, der nett ist, oder ein Bürgermeister, der kompetent ist? Da hab' ich gesagt: Ralf, macht dir jetzt keine Sorgen, ich bleib' bei dir."

"Der ganz berühmte Philosoph im Vogtland, den kennt ihr bestimmt, Doktor Rolf Magerkord, der hat einmal gesagt: Umso größer der Dachschaden, umso freier ist der Blick in den Himmel." (Rolf Magerkord war von 1990 bis 2000 Plauens OB)

"Ich sage euch was: Das waren noch Bürgermeister. Die haben ihre Grundsteine selber gemeißelt. Und wenn der Meißel abgerutscht ist, hat er gesagt: Da nennen wir es eben eine Daphne." (Magerkord ist Bildhauer. Seine Skulptur Daphne befindet sich auf dem Theaterplatz.)

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