Streit um Lehrerin: Eltern planen Demo vor Montessori-Schule in Plauen

Personalprobleme, Streit, verärgerte Eltern. Im Umfeld der evangelischen Grundschule wächst Unmut. Der Schulelternsprecher überlegt zu demonstrieren, um gehört zu werden.

Plauen.

Von außen ist ein Regenbogen auf die Grundschule gemalt, dahinter das Schulhaus als blauer Himmel. Hinter dieser heiteren Fassade braut sich wieder etwas zusammen. Am Montag wurde eine Klassenlehrerin von ihrer Klasse getrennt. Sie darf die Kinder nicht mehr unterrichten. Eltern berichten von einem Kontaktverbot.

Der Verein, der die Schule betreibt, nennt einen Grund. Es habe Streit gegeben zwischen der Lehrerin und der Erzieherin der betroffenen Klasse, sagt Vereinsvorstand Jan Martin. Mediation und Supervision hätten keine Lösung gebracht, und man sei auf Harmonie bedacht.

Die Eltern sind so empört, dass sie sich vor der Schule versammeln und demonstrieren wollen. "Wir sehen kein anderes Mittel", sagt Falko Streit, der Schulelternsprecher. Eine Demonstration sei ein Versuch, um sich Gehör zu verschaffen. Der Termin stehe noch nicht fest. "Donnerstag oder Sonntag", sagt Streit.

Ihre Forderung: Die Lehrerin soll zurück in ihre Klasse. Sie ist nicht die erste Pädagogin, die plötzlich nicht mehr da war. In eineinhalb Jahren Schulzeit sei sie die dritte Klassenlehrerin der Achtjährigen gewesen. Nach den Winterferien sei auch die Direktorin nicht wieder aufgetaucht. "Grußlos und kommentarlos", sagt eine Mutter.

Die Montessori-Grundschule im Chrieschwitzer Hang ist die einzige private Grundschule in Plauen. Bereits vor zwei Jahren hatten Lehrer über schwierige Verhältnisse berichtet. Die damalige Schulleiterin war fristlos entlassen worden und bekam Hausverbot. Die Beziehung zwischen ihr und dem Schulträger-Verein war zerrüttet. Probleme gab es auch bei deren Vorgängerin. Gegenüber der "Freien Presse" sprach diese von Mobbing. Der Verein habe kritisiert, wie sie die Schule führte.

Die Schule entstand vor 19 Jahren aus einer Elterninitiative. Mütter und Väter schlossen sich zusammen, weil sie sich eine christliche und reformpädagogische Schule in Plauen wünschten. Der evangelische Schulverein betreibt die Schule und ist damit der Arbeitgeber der Lehrer. Der Verein besteht vor allem aus den Eltern, deren Kinder dort zur Schule gehen. Die Regie führt eine kleine Gruppe Väter und Mütter.

Eltern, die nicht zum Vorstand gehören, beschreiben einen Riss, der sich zwischen die Fronten zieht. Das Klima habe sich verschlechtert in den vergangenen Jahren. "Mehrere Eltern denken darüber nach, ihre Kinder aus der Schule zu nehmen" , sagt Streit. Jan Martin, Vorstandschef des ehrenamtlichen Vereins, will die Wogen glätten. Doch die Eltern würden dem Trägerverein in "unverschämter Art und Weise die Pistole auf die Brust setzen", indem sie die Lehrerin zurückfordern.

Elternsprecher Streit hat sich indes Rat bei der Landesschulbehörde in Zwickau gesucht. Deren Handlungsspielraum ist bei der Montessori-Grundschule beschränkt, sagt Pressereferent Arndt Schubert: "Wir dürfen bei Privatschulen nur prüfen, ob der Unterricht ordnungsgemäß nach Lehrplan stattfindet." Die Konstellation wie in Plauen, wo ein Elternverein die Schule führt, kenne er von keiner anderen Schule in der Region. Ob dieses Modell zu Konflikten führt, wolle er nicht bewerten. "Das müssen die Leute aushalten, die in diesen Konstellationen zusammengeführt sind. Jeder Erziehungsberechtigte hat einen Vertrag unterschrieben", sagt Schubert.

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