Thierbach fest in Schalmeienhand

Das kleine Dorf bei Pausa war am Wochenende Gastgeber der 10. Großen Schalmeienmusikshow. Die Besucher kamen aus Nah und Fern. Sie waren voll des Lobes.

Thierbach.

Dass Schalmeienklänge keine langweilige Blasmusik sind, bewiesen am Samstag die musikalischen Truppen bei der 10. Großen Schalmeienmusikshow im Thierbacher Festzelt. Die ersten Fans kamen schon am Nachmittag. Um 18 Uhr war das Zelt, welches 2000 Leute fasst, nahezu voll.

Dann ging es Schlag auf Schlag: Die Thierbacher Schalmeien eröffneten den Jubiläumsabend mit Schwung. Alle zwei Jahre findet die Show statt. Dabei scheint die Schalmeienmusik immer jünger zu werden. Auffallend viele junge Mädchen und Jungen musizieren mit. "Wir sind 52 Leute in der Kapelle", so Schalmeienchef Uwe Schamberg. "Die Jüngsten sind Lilli Winkler und Emily Zeh, die gerade mal die Grundschule besuchen, der Älteste ist Manfred "Manne" Schaller mit 79 Jahren." Jedesmal lassen sich die Thierbacher etwas Neues einfallen, nehmen neue Songs in ihr Repertoire auf. Diesmal lief die Musikshow unter dem Motto: "Das Beste aus zehn Jahren", erklärte Schamberg.

Die Kleinreinsdorfer Schalmeien, die ihre eigenen Cheerleader-Mädels dabei hatten, wurden besonders herzlich begrüßt. Sie waren kurzfristig für eine andere Truppe, die abgesagt hatte, eingesprungen. Aus der Nähe von Dresden kam am Abend das Schalmeienorchester aus Tettau/Frauendorf per Bus ins 240-Einwohner-Dorf.

Ausnahmezustand herrschte in Thierbach schon seit Anfang der Woche, als das große Zelt aufgebaut wurde. "Da ist jeder im Ort dabei", sagte Steffi Leheis, die zur Helfergruppe am Einlass gehörte. "Die Frauen haben 90 Kuchen fürs Fest gebacken." Für deftige Leckereien von Steak bis Grillkäse mit Rucola und am Sonntag für vogtländischen Sauerbraten sorgte Birgit Winkler von der gleichnamigen Fleischerei aus dem Ort mit ihrem Team.

Zu jenen Besuchern mit der weitesten Anreise gehörte Guntram Sohms aus Feldkirch. Der Österreicher ist mit Peter und Silke Nickl befreundet, den Wirtsleuten von der "Alten Post" in Ranspach. Gleich mit dem Bus kam der Blankenberger Faschingsverein nach Thierbach. "Die Thierbacher Schalmeien waren bei unserem 40-Jährigen, und jetzt kommen wir", berichtete Patrick Brandt. Und Michael Kersten: "Wir sind zum ersten Mal hier." Eine bayerische Truppe um Patrick Nichl von der Brauerei Hütten aus Oberwarmensteinach im Fichtelgebirge ließ es besonders krachen und tanzte auf den Bänken. Alinde und Bernd Voigt aus Mühltroff erzählten, dass sie jedes Jahr dabei sind. Und welche ist die beste Schalmeienkapelle? "Die sind alle gut", so die spontane Antwort. Für den späteren Abend hatten sich die Thierbacher noch einen besonderen Gag ausgedacht: Die Jungs wollten im Petticoat auf die Bühne kommen, die Mädels als Männer angezogen. Wie lange wird gefeiert? "Bis Mitternacht. Dann ist Schluss", stellte Uwe Schamberg klar. Schließlich musste der gestrige Sonntag auch noch bewältigt werden - mit Musik und Feierlaune.

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