Vitrinen am Bahnhof erhalten mehr Pfiff

Der Verkehrsverbund Vogtland nimmt sich der schäbigen Werbe-Nischen an. Noch in diesem Monat soll dort alles anders sein. Was ist genau geplant?

Plauen.

Genau hinschauen muss man schon. Wer von der Wartehalle des Oberen Bahnhofs in Plauen zu den Gleisen eilt, bemerkt von der Rundumkur an den Vitrinen links und rechts des Weges wahrscheinlich gar nichts. Die meisten Werbe-Nischen stehen schon seit Jahren leer - und daran hat sich auch nichts geändert. Doch sie sehen mittlerweile nicht mehr so schäbig aus wie bisher. Die Wände wurde mit weißer Farbe neu gestrichen, der Teppich erneuert, die Glastüren frisch geputzt.

Veranlasst hat all dies der Verkehrsverbund Vogtland. Und er ist mit seinem Werk noch lange nicht fertig. "Bahn- und Busfahren soll Spaß machen", begründet Geschäftsführer Thorsten Müller das Engagement. "Deshalb haben wir uns des Themas angenommen. Die Gestaltung wird richtig toll."

Die Fäden für die Vitrinen-Frischzellenkur laufen bei seiner Mitarbeiterin Kerstin Büttner zusammen. "Wir werden insgesamt zwölf Werbe-Nischen bestücken, sechs an jeder Seite", sagte sie gestern. "Wir", das sind der Verkehrsverbund, die Stadt Plauen und die Mitteldeutsche Regiobahn. Was genau zu sehen sein wird, wollte Büttner nicht verraten: "Ein bisschen Spannung muss doch bleiben."

Lange gedulden müssen sich die Reisenden offenbar nicht mehr. Noch in diesem Monat will der Verkehrsverbund Vogtland den Schleier lüften und die neu gestalteten Vitrinen der Öffentlichkeit präsentieren. "Für uns ist dieses Thema sehr wichtig", ergänzt Kerstin Büttner. "Dieses Areal ist immerhin die Visitenkarte der Stadt. Denn es ist so ziemlich das Erste, das Reisende sehen, die mit dem Zug in Plauen ankommen."

Auch für den Landtagsabgeordneten Frank Heidan (CDU) ist es ein persönlicher Triumph, dass die Zeit der schäbigen Vitrinen offenbar vorbei ist. Er hatte das Problem Ende des vergangenen Jahres in die öffentliche Diskussion gebracht und sich an den Hausherren gewandt: die Deutsche Bahn. Dort räumte man eine "Verschlechterung des optischen Erscheinungsbilds" ein. Beim Verkehrskonzern versprach man sich Abhilfe durch die Firma Ströer, die für die Werbung in Bahn-Immobilien zuständig ist. Das Unternehmen mit Sitz in Köln hatte kürzlich steigende Gewinne verkündet - und zwar unter anderem im Bereich Telefonvertrieb. Die Plauener Vitrinen haben zu den Zuwächsen wohl eher wenig beigetragen. Verkehrsverbund-Mitarbeiterin Büttner: "Gewerbetreibende stehen nicht gerade Schlange."

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