Vogtländer dem Kräuter-Abc auf der Spur

Mit ihrer Aktion hat die Bürgerinitiative zum Schutz der Natur und Umwelt von Gold- bis Rosenbach voll ins Schwarze getroffen. In Scharen strömten Groß und Klein zur Kräuterwanderung.

Kloschwitz.

Neben der Streuobstwiese oberhalb von Kloschwitz hatten die Organisatoren Tische und Bänke aufgestellt. Ein kleiner Markt bot Leckeres - alles aus der Natur. Mehr als 200 Kinder, Frauen und Männer jeden Alters waren am Samstag Rapunzel, Wiesenbocksbart und vielen anderen Kräutern auf der Spur. Vier Kräuterfrauen aus dem Vogtland standen den Teilnehmern der Kräuterwanderung mit Rat und Tat zur Seite.

Unter ihnen war Christine Schwabe aus Auerbach. Sie bot Wiesenpesto und Kräuterbutter auf Häppchen an. "Da ist alles drin, was sonst der Rasenmäher wegmäht", so die Kräuterfrau. Bei Anita Seifert aus Pausa gab es Hausmittel für so manches Leiden. "Arnikatinktur ist gut bei Erkältung, die Königskerzentinktur ist zum Einreiben"; erklärte sie. Rapunzel für Salat, Mohnblüten zum Färben, Löwenzahn und Brennnessel stellte Petra Jeschek in Aussicht. "Mir geht es darum, dass man die Kräuter im Alltäglichen mit einbauen kann", so die Lottengrünerin, die einen Kräuterhof betreibt und Seminare anbietet. Als vierte Kräuterfrau war erneut Marina Lailach aus Göschitz gekommen. Sie zeigte Kindern, wie schnell man aus Klettenlaubkraut einen Blumenkranz machen kann. Clara und Mia aus Plauen strahlten als Blumenmädchen. Sie waren mit ihrer Mutter Ina Pfeifer nach Kloschwitz gefahren.


In alle vier Himmelsrichtungen zogen die Kräuterfrauen, von ganzen Menschentrauben gefolgt, zum Spaziergang. Schließlich sollten die Körbchen gefüllt werden. Das hatte Steffen Raab, Bürgermeister von Weischlitz, anfangs zur Begrüßung gesagt, wobei er das Engagement der Bürgerinitiative lobte: "Ich mache mir keine Sorgen, außer um die Kräuter, wenn ich die vielen Körbe sehe." Raab bekannte, schon im Jahr 1993 dabei gewesen zu sein. Drei Dinge sprach er an: "Schönes Wetter, viele Leute und ein Verein, der seit vielen Jahren aktiv ist."

Ein guter Partner sei der Kröstauer Agrarbetrieb, so Raab, denn auf einer Fläche des Vereins entsteht eine Bienenweide. Dessen Chef Lutz Höhne, der diese anlegt, informierte, dass sich über 50 Interessenten bereits gefunden hätten, die eine Patenschaft für ein Stück Bienenweide auf einer Fläche des Betriebes übernommen haben.

"Wir haben bisher 220 Bäume gepflanzt, uralte Obstbaumarten, die wir hegen und pflegen", sagte Vereinsmitglied Gisela Tempel. Nach dem bereits stehenden Schäferwagen für Versammlungen des Vorstandes soll als nächstes eine Scheune hinzukommen. Entstanden war der Verein aus der Bürgerinitiative gegen Gesteinsabbau. Das war vor 26 Jahren. Mitten in diesem Gebiet hatte der Verein mit heute über 300 Mitgliedern eine drei Hektar große Fläche gekauft. Den Aktiven geht es darum, die Landschaft aufzuwerten. Damit Gesteinsabbau oder anderes, was nicht in die Natur passt, keine Chance hat.

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