Vogtländer fahren stärker auf SUV ab

Sie sind wuchtig, sie sind umstritten - und es werden mehr: SUV. Auch im Vogtlandkreis ist das nicht anders. Warum?

Plauen/Auerbach.

Wer darauf achtet, der merkt schnell: SUV (gesprochen Esjuwi) sind stark im Kommen. Überall nimmt die Zahl hoher Geländelimousinen zu. Sport Utilitiy Vehicle (Sportnutzfahrzeug) werden in diesem Jahr erstmals die Millionenmarke knacken, meldete kürzlich die Zeitung "Die Welt".

Da die Abgrenzung zu anderen Fahrzeugklassen nicht immer klar ist, gibt es fürs Kreisgebiet keine amtlichen Zahlen. Doch Autohändler Erich Laube bestätigt: "Der SUV-Bereich brummt auch im Vogtland ohne Ende." Laube ist geschäftsführender Gesellschafter der Autobund GmbH (vormals Laube-Automobile) mit Niederlassungen in Neuensalz und Weischlitz. Er sagt: "Besonders auffällig ist das Wachstum in der Kompaktfahrzeug-Klasse, bei den Klein-SUV." Dazu zählt er Ford Kuga, Skoda Kamiq, VW T-Cross, Renault Captur. "Große Boliden stellt sich der vogtländische Normalverbraucher nicht vor die Tür", meint Laube. Warum werden SUV, die wegen ihres höheren Verbrauchs, des größeren Platzbedarfs und des Unfallrisikos für andere Verkehrsteilnehmer in Kritik stehen, gekauft? Sie seien halt bequem und bisschen höher als andere Modelle. Zwar verbrauchten sie wegen des stärkeren Luftwiderstands mehr, aber bei Klein-SUV sei das vertretbar: "Es gibt welche mit vier bis sechs Liter auf 100 Kilometer."

Joachim Bauer (67) aus Wernesgrün fährt einen Ford Kuga mit Allrad. "Ich stelle im Ort die Freie Presse zu, muss im Winter in aller Frühe bei Schnee Steigungen bezwingen", begründet er. Außerdem: "Aus einer Limousine würde ich mit meinem Rücken nicht mehr rauskommen." Der Verbrauch liege bei bis 7,5 Liter Diesel pro 100 Kilometer: "Vorher hatte ich einen Mondeo, der schluckte zehn bis elf Liter..."

Auf "weit über 20 Prozent" beziffert Jürgen Meinhold, Inhaber des gleichnamigen Autohauses in Auerbach und Rodewisch, den Anteil der SUV an dort verkauften Fahrzeugen. Die Nachfrage wachse. Weshalb? "Sie sehen gut aus, bieten Fahrkomfort und es gibt viele neue Modelle", sagt Meinhold. Die Kunden schätzten die höhere Sitzposition und das leichtere Ein- und Aussteigen.

Selbst ein Naturschützer wie Volkmar Ihle aus Ellefeld, Vorstandsmitglied bei den Grünen im Vogtland, setzt auf SUV. Ihle fährt einen Tiguan mit Allradantrieb. "Ich fahre ja tatsächlich in die Natur, durch unwegsames Gelände", erklärt er. Zudem sei sein Grundstück im Winter schwer erreichbar: "So komme ich auch mal über den Schnee drüber weg." Er werde den Wagen so lange wie möglich fahren. "Das nächste Auto wird keinen Verbrennungsmotor haben - so viel ist klar", sagt Ihle.

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